51/2018: Arbeit macht krank!


Arbeitslosigkeit macht krank. Arbeit kann krank machen.

Mit Jimdo und RankingCoach bei Google auf Seite 1!

Die gesundheitlichen Folgen von Langzeitarbeitslosigkeit sind weitgehend erforscht. Sie sind dramatisch und verheerend – für den einzelnen sowieso und hinsichtlich der Folgekosten für die Gesellschaft immens. Da ist schnell gesagt, dass Arbeit das beste Mittel dagegen sei. Aber wie immer helfen verkürzte Sichtweisen eben nicht, ein komplexes Problem zu lösen: Eine neue Studie aus Großbritannien lässt jetzt den Schluss zu, dass die Qualität der Arbeit entscheidend ist. Oder wie ich seit diesem Sommerurlaub am Bodensee gemerkt habe und seitdem keine Situation auslasse, um das zu erwähnen: Soziale Sicherheit sorgt für entspannte Gemüter, für Hilfsbereitschaft und einen offenen Blick auf andere. Was hat das nun mit den neuen Studie zu tun? Ist es denn nicht so, dass jeder Job in jedem Fall besser ist als gar keiner? Nach einerStudie sind schlecht bezahlte, unsichere Jobs mit wenig Gestaltungsfreiheit sogar noch schlechter für die Gesundheit von Menschen als die Arbeitslosigkeit selbst. Der Standard, eine österreichische Zeitung, schreibt dazu: „Die Forscher der University of Manchester nahmen dazu Einblick in die Blutwerte von arbeitslosen Briten. Sie alle hatten gemein, dass sie in der Finanzkrise 2009 in die Arbeitslosigkeit schlitterten. 2010 und 2012 wurden sie dann noch einmal untersucht. Die meisten, die wieder einen Job fanden, hatten bessere Werte als die noch immer Arbeitslosen. Soweit ist die Theorie also korrekt. Viele Studien zeigen, dass Arbeitslose im Durchschnitt weniger glücklich und gesund sind als Menschen mit Job. Wer keine Arbeit hat, fühlt sich oft nicht als wertvoller Teil der Gesellschaft. Jetzt kommen aber die im Vergleich zu anderen Studien deutlich besseren Daten der Briten ins Spiel. Sie konnten genau aufgliedern, wie die Werte je nach Art der Jobs aussahen. Wer einen gut bezahlten, relativ sicheren Arbeitsplatz fand, hatte Werte, die auf ein deutlich niedrigeres Stresslevel schließen lassen. Dabei beziehen sich die Forscher auf eine Kombination aus Blutfetten, Blutdruck, Cholesterin und diversen anderen Indikatoren, die häufig zur Beurteilung der Gesundheit von Menschen verwendet werden. Wer aber nur einen schlecht bezahlten Job fand, in dem man entweder kaum selbstständig arbeiten konnte oder der sehr unsicher war, bei dem waren die negativen Blutwerte um die Hälfte höher als bei den Briten, die noch immer keinen Job hatten. Ihr Job machte die Menschen also noch kranker.“

Wer stellt wie und wo und warum ein?

Das IAB wartet mit neuen Fakten und Zahlen zu den Neueinstellungen im Jahr 2016 auf. Dabei setzt sich der Trend aus den Vorjahren fort:  "Kleine und mittlere Betriebe stellen den Großteil des gesamtwirtschaftlichen Stellenangebots und damit auch den Großteil der Neueinstellungen in Deutschland. So gab es im Jahr 2016 insgesamt 3,65 Millionen Neueinstellungen im Bereich der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung, 44 Prozent davon in kleinen Betrieben mit weniger als 50 Beschäftigten. Das Wachstumspotenzial der deutschen Wirtschaft hängt somit maßgeblich davon ab, ob und wie gerade diese Betriebe ihren Arbeitskräftebedarf decken können.“ Für mich als Berater ist dabei interessant, welche Wege die Betriebe gehen, um neue MitarbeiterInnen zu geweinnen. Dabei ist es bei größeren Betrieben die eigene Homepage, die am häu­figsten zur Personalsuche herangezogen wird. Auch privatwirtschaftliche Jobbörsen im Internet werden häufig eingesetzt. Bei kleinen Betrieben ist es umgekehrt: Hier werden die eigenen Mitarbeiter oder andere persönliche Kontakte als Suchweg genutzt, und darüber werden auch fas die Hälfte der offenen Stellen besetzt wird. In diesen Betrieben – also in Betrieben mit dem größten Arbeitsplatzaufkommen - ist dieser informelle Suchkanal der häufigste Weg, der tatsächlich zur Besetzung führt: Insgesamt wird ein Drittel aller Stellen über persönliche Kontakte besetzt. Großbetriebe profitieren aber nicht nur über die bestehenden Homepages, sondern erhalten auch mehr Initiativbe­werbungen und können darüber etwa 13 Prozent ihrer Stellen besetzen. Bei Kleinbetrieben ist es nach den Ergebnissen der IAB-Studie nur bei 6 Prozent der Stellen so. Vermitt­lungsdienstleistungen der Bundesagentur für Arbeit werden mit 43 Prozent aller Neueinstellungen am häufigsten von mittelgroßen Betrieben in Anspruch genommen; in 5 Prozent aller Neueinstellungen führte ein Vermittlungsauftrag und in 7 Prozent die Jobbörse der BA letztlich zur Besetzung. D.h. nur 7 Prozent der Vermittlungen gehen über die Jobbörse der BA. Die Studie des IAB erwähnt bewusst nicht das Gegenteil: Alle anderen Suchwege machen damit 93% aus. Noch schlechter als die Jobbörse der BA schneiden nur die privaten Arbeitsvermittler ab – hier sind nur 4 % aller Betriebe, die bei der Besetzung darauf zurückgreifen. Und die sozialen Medien? Die sind weit abgeschlagen – 1 % machen diese aus. 

Der Traum ist aus.

„Der Traum ist aus, aber ich werde alles geben, dass er Wirklichkeit wird.“

Rio Reiser, gestorben im August von 21 Jahren, sang dieses unvergessene Lied über die Zustände in unserem Land.

Er sagte, dass ihm dieses Lied in den 70ern eines Morgens eingefallen sei – und dass es leider immer noch aktuell ist.

Er hat recht. Ich habe mir das Lied noch mal angesehen und angehört.

Das Wochenende insgesamt war schön – Sonne, Zeit zum Rasenmähen, und Unkraut-Jäten und am Sonntag dann noch ein mit Käsekuchen versüßter Hilfeeinsatz bei den Schwiegereltern: Das Waschbecken, welches günstig erstanden worden war, hatte einen kleinen Preis, aber ein großes Gewicht. Also eben hinfahren, helfen und Kuchen essen.

 

 





Kommentar schreiben

Kommentare: 0