Themen der Woche 06/2019

SocialMediaMarketing - alles ändern!

Bild vom U-Boot-Bunker Valentin in Bremen-Farge

Grundsätzlich gilt weiterhin: Du musst Dich zunehmend als vertrauenswürdige und nachhaltige Marke gegenüber der Konkurrenz aufstellen. Merke: Ohne echten Mehrwert für Deine Zielgruppe nützt Dir auch das größte Marketing-Budget nichts und auch nicht das tolle Logo! Unabhängigkeit von Facebook wird in 2019 wichtige werden. Linkedin, XING und Instagram sind je nach Deinem Business zunehmend wichtiger für Dich und Deine Kunden. Social Media Marketing – das geht auch in 2019 nur mit hochwertigem Inhalt (meistens neudeutsch: Content genannt). Es geht darum, das sog. „Story-Format“ zu nutzen: Bilder, die sie am besten noch bewegen und nach 24 Stunden wieder aus Deiner Timeline verschwinden ... Die sog. „Bewegtbilder“ sind das zentrale Mittel, um in 2019 überhaupt noch in den Social Media bemerkt zu werden. Also: Keine Angst davon haben, mal etwas auszuprobieren – die Kunden und Kundinnen mögen es gerade auch dann, wenn es nicht so total perfekt ist. Wer in 2019 glaubt, durch das Posten in Social Media noch Kunden zu gewinnen, glaubt auch, dass die Erde eine Scheide ist und das Atomkraftwerke sicher sind. Ohne Geld geht es nicht – Du musst Anzeigen schalten für Deine Zielgruppe – wie früher, als Du Anzeigen in Printmedien (altdeutsch: Zeitungen) geschaltet hast. Wirkung zu erzielen geht nur mit Geld. Wer Dir etwas anderes einreden will, liegt falsch. Und Du stiehlst Dir selbst Zeit.  Wer es richtig angehen will, sollte auch die Zusammenarbet mit Influencern nutzen. Am besten mit denen, die organisch in Deinem Netzwerk zu finden sind. Mein Traum ist ja, dass alle die Gründerinnen und Gründer, die ich jemals beraten habe, sich gegenseitig als Influencer zu nutzen. Ein Vorschlag dazu, wie sich diese Gründer und Gründerinnen kennenlernen können, folgt im März. Versprochen. Zu guter Letzt: Podcast-Werbung: Das wird weiter am wirksamsten sein. Wer sich da rantraut – das wird Wikrung zeigen. Gute Beispiele sind: Und das sog. „Messenger-Marketing“ wird mehr Einfluss gewinnen – und mit diesem Marketing dann auch Deine Produkte.

#Grundrente steht auf schwacher Basis

Zitronenkuchen vom Blech

Mit großem Getöse hat Minister Hubertus Heil sein Grundrentenkonzept vorgelegt. Zeit sich damit zu beschäftigen: Warum legt ein Minister ein Konzept vor, was viel Geld kosten wird, nachdem der finanzminister gesagt hat, er hätte in den nächsten Jahren weniger Geld in der Kasse als geplant? Die beiden sind doch in derselben Partei – aber Absprachen über günstige und ungünstige Zeitpunkte gibt es da wohl nicht. Und die Frage möge erlaubt sein: Warum legt denn die Vorsitzende der SPD nicht das Konzept vor – und teilt dann mit, dass die SPD dieses Konzept in der Regierung umsetzen wird? Fragen über Fragen – so ging es auch der Redaktion von Zeit und Spiegel, die berechnet haben, wie sich das Konzept konkrete auswirken würde. Zumindest das Bundesarbeitsministerium  und die Deutsche Rentenversicherung konnten nicht erklären, wieviele Menschen von der Grundrente profitieren würden. Was ich begriffen habe: Es müssen mindestens 35 Beitragsjahre vorhanden sein, sonst greift das Grundrentenkonzept nicht. Da gibt es Zahlen: Im Rentenbericht der Bundesregierung (Drucksache 19/140) stehen deutliche Zahlen: „Die Versichertenrenten an Männer beruhten zum 31. Dezember 2016 im Durchschnitt auf rund 41,4 Jahren an Beitrags- und beitragsfreien Zeiten und 1,02 Entgeltpunkten pro Jahr. Die durchschnittliche rentenrechtlich relevante Erwerbsbiografie der Männer in den neuen Ländern ist mit 44,51 Jahre um gut 4 Jahre länger als in den alten Ländern mit 40,47 Jahren. Den Versichertenrenten an Frauen lagen im Durchschnitt rund 30,4 Jahre an Beitrags- und beitragsfreien Zeiten und 0,75 Entgeltpunkte pro Jahr zugrunde. Der Unterschied dieser relevanten Zeiten zwischen den alten und neuen Ländern ist hier mit mehr als 13 Jahren (27,6 Jahre in den alten Ländern, 41,0 Jahre in den neuen Ländern) deutlich größer als bei den Männern.“ Wenn davon auszugehen ist, dass sich die Beitragszeiten nicht deutlich verbessert haben, heißt das für mich: Die Frauen im Westen profitieren nicht von diesem Gesetz. Das wird zu beobachten sein.

 

Erinnerst Du Dich an #ChristianSchmidt?

Nein, es ist kein Schulfreund von Dir, den Du aus den Augen verloren hast. Er war mal Bundeslandwirtschaftsminister, Parteibuch: CSU. Ende 2017 hat er in Brüssel dafür gestimmt, das höchst umstrittene Ackergift Glyphosat für weitere fünf Jahre bis 2022 in der EU zuzulassen. Große Empörung – die jetzige Bundesregierung versucht hier noch etwas zu erreichen, in Frankreich ist es verboten, in Deutschland bisher nur in Dresden und Dachau: In Dachau  darf auf städtischen Ackerflächen kein Glyphosat mehr genutzt werden, berichtete die Süddeutsche Zeitung (SZ) bereits 2017. Neben dem Verbot von Glyphosat dürften außerdem keine Insektenbekämpfungsmittel auf Neonicotinoid-Basis mehr verwendet werden, entschied der Hauptausschuss des Dachauer Stadtrats.

KleinerGlyphosat-Reminder: Glyphosat ist eines der meistverkauften Pestizide der Welt und wird in Deutschland auf circa 40 Prozent der Felder eingesetzt, um Unkraut zu vernichten oder Getreide schneller reifen zu lassen. Dabei stuft die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend“ ein. Rückstände von Glyphosat finden sich überall in der Umwelt und in unseren Lebensmitteln: in Honig, in Wein und Saft und sogar in Bier. Das Verhalten von Christian Schmidt ist typisch für den industriell-politischen Komplex. Schön und kurz lesbar in einem Artikel von Thilo Bode gelesen: „Lobbyismus 2.0: Der industriell-politische Komplex“. Inhalt: Es wird darüber berichtet, wie Politiker nach dem Ende des Wahlamtes ihre Zukunft sichern – in dem sie hier und dort eine den Interessen eines Konzerns dienliche Entscheidung treffen. So wie Christian Schmidt. Vorgenommen hatte ich mir dann, zu beobachten, was wohl aus Christian Schmidt so wird. Es hat nicht lange gedauert: Er war bis März 2018 Landwirtschaftsminister, zuletzt auch Verkehrsminister. Und im August 2018 konnte ich dann lesen: Der ehemalige Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt soll als politischen Vertreter in den Aufsichtsrat der Deutschen Bahn. Das hieß es am Donnerstag aus Parlamentskreisen in Berlin. Neben seinem Bundestagsmandat soll der ehemalige Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt nun auch als politischen Vertreter der CSU in den Aufsichtsrat der Deutschen Bahn. Das hieß es am Donnerstag aus Parlamentskreisen in Berlin, meldet die dpa. Erstmals wurde diese Meldung schon im März 2018 berichtet. Die Bestellung Schmidts sei allerdings nicht unproblematisch, wie in Aufsichtsratskreisen diskutiert wird. Die Bestellung Schmidts sei allerdings nicht unproblematisch, meint man in Aufsichtsratskreisen. Immerhin war er noch bis März Landwirtschaftsminister, zuletzt zusätzlich auch Verkehrsminister.“ Danach war es dann wieder still um Christian Schmidt. Die Deutsche Bahn ist übrigens der größte deutsche Verbraucher von Glyphosat. Und: Ab diesem Frühjahr 2019 kann Schmidt seine Vollzeittätigkeit als Bundestagsabgeordneter mit dem Aufsichtsratsposten bei der DB AG abrunden, einem nicht unerheblichen Zubrot bestehend aus einer festen jährlichen Vergütung von 20.000 Euro, einem Sitzungsgeld in Höhe von 250 Euro sowie einer erfolgsorientierten jährlichen Vergütung.

 

#Teilhabe am Arbeitsmarkt

Kartoffelsuppen-Rezept gerne auch Anfrage

Manchmal sollte man einfach nicht zu genau hinsehen. Denn ich hatte mich wirklich darüber gefreut, dass die Bundesregierung endlich viel Geld in die Hand nimmt, um ein wirksames Zeichen gegen die Massenarbeitslosigkeit und die Langzeitarbeitslosigkeit zu setzen.

Aber erst ein kleiner Rückblick: Rückblick: Unter von der Leyen waren die Mittel für Fördermaßnahmen in der Arbeitsmarktpoltitik von 2010 bis 2013 von 6,6 auf 3,9 Milliarden Euro gekürzt worden. Mit Hoffnung hatte ich im November 2014 die Ankündigung vernommen: Es soll neue Programme geben: "Chancen eröffnen - soziale Teilhabe sichern. Konzept zum Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit" - Mehr Geld, mehr individuelle Beratungen, Einzelcoachings. Was wurde daraus? Ja, und dann war erst mal längere Zeit nichts zu hören. Allerdings gab es eine Änderung in 2015: Vermehrt Einzelcoachings gibt es schon, Aktivcenter sind in Betrieb - mit vielen positiven Effekten für die Arbeitslosen, die endlich konkrete Beratungsangebote erhalten und nicht nur in sog. Maßnahmen "beschult" werden oder zum xten mal lernen, wie eine Bewerbung aussehen soll. Mit dem erhofften großen Wurf hatte das aber noch nichts zu tun. Auch die jüngste Fachtagung der Bundesministerin Nahles am 3. März 2015 war im Ergebnis eher bescheiden. Frau Nahles hatte "(...) hierzu Vertreter der Bundesländer, der Wohlfahrts- und Sozialverbände, der Sozialpartner und anderer Einrichtungen getroffen. Ziel ist, gemeinsam und vernetzt einen effektiveren Ansatz zu entwickeln, um langzeitarbeitslose Menschen bei der Integration in den Arbeitsmarkt und die Gesellschaft zu unterstützen. Ausgangspunkt der Gespräche ist das Konzept zum Abbau von Langzeitarbeitslosigkeit aus dem November letzten Jahres."

Klar war allen: Die bisherigen Konzepte, die bisherigen Maßnahmen greifen nicht. Sie verbrauchen nur Geld. Sie binden Ressourcen. Die Arbeitsmarktpolitik braucht die Wendung zu einer Politik, die Mitnahmeeffekte der Unternehmen beendet und für Langzeitarbeitslose den Weg aus Hartz IV weist. Mit dem sog. "Passiv-Aktiv-Transfer" wäre das möglich. Arbeitslosigkeit (Passiv) wird gegen Arbeit (Aktiv) getauscht (Transfer). Mehr kosten als jetzt wird das auch nicht. Daher war ich froh über die Ankündigung des Gesetzes zur sozialen Teilhabe am Arbeitsmarkt.

Denn auf den ersten Blick sah es gut aus: Mit dem Gesetz zur Schaffung neuer Teilhabechancen für Langzeitarbeitslose führt die Bundesregierung neue Lohnkostenzuschüsse im Sozialgesetzbuch II ein. Die Neuregelungen traten am 1. Januar 2019 in Kraft. Arbeitgeber können einen Lohnkostenzuschuss erhalten, wenn sie sehr schwer vermittelbare Langzeitarbeitslose sozialversichert einstellen. Dazu gehören Personen, die mindestens 25 Jahre alt sind und seit mindestens sechs Jahren Arbeitslosengeld II erhalten. Der Lohnkostenzuschuss wird für maximal fünf Jahre gezahlt. Er beträgt in den ersten zwei Jahren 100 Prozent des gesetzlichen Mindestlohns. Danach sinkt er um zehn Prozentpunkte pro Jahr. Ist der Arbeitgeber auf Grund eines Tarifvertrages oder nach kirchlichen Arbeitsrechtsregelungen zur Zahlung eines höheren Entgelts verpflichtet, bemisst sich der Zuschuss auf der Basis des zu zahlenden Arbeitsentgelts.

Lohnkostenzuschüsse soll es auch geben, wenn Personen beschäftigt werden, die mindestens zwei Jahre arbeitslos sind. Ihre Arbeitslosigkeit soll sich nicht noch weiter verfestigen. Das Arbeitsverhältnis wird maximal zwei Jahre gefördert. Der Zuschuss beträgt im ersten Jahr 75 Prozent, im zweiten Jahr 50 Prozent. Maßgeblich ist in diesem Fall das tatsächliche Arbeitsentgelt.

Menschen, die lange keine Arbeit hatten, sind häufig keinen geregelten Tagesablauf gewohnt. Sie müssen Pünktlichkeit und regelmäßige Arbeitsabläufe erst wieder trainieren. In geförderten Beschäftigungsverhältnissen können sie ihre Fähigkeiten zeigen und ihr Durchhaltevermögen beweisen.  Sie sollen von den Jobcentern umfassend betreut werden, um in den Arbeitsalltag hineinzufinden und das neue Arbeitsverhältnis zu festigen. Oft bedingt lange Arbeitslosigkeit weitere Probleme, zum Beispiel in der Familie. Wenn erforderlich, werden sie während der gesamten Beschäftigungsdauer gecoacht.

So weit, so gut:

Aber dann fiel mir das Gesetz selbst in die Hand. Dort konnte ich dann lesen, dass die nach diesem Gesetz beschäftigten ArbeitnehmerInnen keine Ansprüche auf Arbeitslosengeld I haben, wenn sie aus dem Beschäftigungsverhältnis ausscheiden. Das ist aber immer ein Kernthema, wenn sich Menschen, die lange arbeitslos waren, auf solche Beschäftigungen einlassen: Sie wollen weg vom JobCenter. Das ist mit diesem Instrument nicht möglich. Und ein richtiges Direktionsrecht haben die Arbeitgeber auch nicht – so steht es im Gesetz: „Die Agentur für Arbeit soll die Arbeitnehmerin oder den Arbeitnehmer umgehend abberufen, wenn sie diese Person in eine zumutbare Arbeit oder Ausbildung vermitteln kann oder die Förderung aus anderen Gründen beendet wird. Die Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer kann das Arbeitsverhältnis ohne Einhaltung einer Frist kündigen, wenn sie oder er eine Arbeit oder Ausbildung aufnehmen kann, an einer Maßnahme der Berufsausbildung oder beruflichen Weiterbildung zum Erwerb eines Berufsabschlusses teilnehmen kann oder nach Satz 1 abberufen wird. Der Arbeitgeber kann das Arbeitsverhältnis ohne Einhaltung einer Frist kündigen, wenn die Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer nach Satz 1 abberufen wird.“

Es wird spannend, bei der Umsetzung dieses Gesetzes mitzuwirken.

#Brexit

Eigentlich ist es mir mittlerweile egal, ob es dem United Kingdom gelingt, aus der EU auszutreten, mit Vertrag oder ohne. The United Kingdom of Great Britain – also England, Wales, Schottland und Nordirland – ist in einer schwierigen verfassungspolitischen Lage. Vielleicht gibt es eine Lösung. Allerdings – mir ist nicht egal, ob diese Lösung dazu führen könnte, dass wieder Blut fließt an der Grenze zwischen Nordirland und Eire – dem unabhängigen Teil von Irland. In der jw vom 09.02.2019 standen dazu wichtige Sätze: „Viele Anwohner der 499 Kilometer langen Grenze haben Befürchtungen, dass wieder ähnliche Zustände eintreten könnten wie während der drei Jahrzehnte des Nordirlandkonfliktes. Sowohl in der nordirischen Hauptstadt Belfast und in Derry, den Epizentren der Auseinandersetzungen zwischen Katholiken und probritischen Protestanten, wie in entlegenen Grenzdörfern, wo der Schmuggel herrschte, mit Beteiligung der Untergrundorganisation IRA, erinnert man sich noch gut an diese Zeit.  Auch mit Hilfe von EU-Mitteln, die nach dem Friedensschluss im Karfreitagsabkommen 1998 flossen, haben sich seitdem grenzüberschreitend neue soziale, kulturelle und wirtschaftliche Beziehungen entwickelt. Nun herrscht das Gefühl, dass diese Anstrengungen, den Frieden zu bewahren, in Gefahr sind. Am 19. Januar war Derry bereits Schauplatz der Explosion einer Autobombe, für die Nordirlands Polizei eine Gruppe von IRA-Dissidenten verantwortlich macht. Tritt der Brexit ein, gehen viele Unternehmer davon aus, dass der Schmuggel wieder aufblühen wird. Eine richtige Grenze hätte enorme Auswirkungen auf den Transport von Gütern und Personen, auf Zölle, auf das Gesundheitssystem. Durch die sechs Grafschaften der historischen Provinz Ulster, die Nordirland bilden, verlaufen etliche Hauptverkehrsadern.“

Drücken wir uns die Daumen, dass der Konlikt in Nordirland keine Zukunft mehr hat.