Themen der Woche 07/2019

#Insektensterben jetzt beenden!

Bild vom U-Boot-Bunker Valentin in Bremen-Farge

„Die intensive Landwirtschaft, die wir im Augenblick betreiben, ist völliger Wahnsinn. Landwirte müssten belohnt werden, damit sie Grünflächen schaffen. Strukturreiche Lebensräume sind wichtiger als der völlige Verzicht auf Pestizide, haben Untersuchungen gezeigt.“ – so stand es im Spiegel in der vergangenen Woche. Und: „Weltweit geht der Bestand von mehr als 40 Prozent aller Insektenarten zurück. Schon in hundert Jahren könnten viele ausgestorben sein. Darunter sind vor allem Schmetterlinge, aber auch Hautflügler, zu denen Ameisen, Wespen und Bienen gehören, schreiben die Forscher.“ Es geht dabei vor allem um die letzten 20 Jahre. Früher musste abends die  Windschutzscheibe nach einer Fahrt auf einer Autobahn mühsam von Insekten gereinigt werden – kann mich nicht erinnern, wann das auf einmal nicht mehr notwendig war. Vor 20 Jahren war es sicher noch so. 20 Jahre, in denen sich die Welt grundlegend verändert hat. Die Geschwindigkeit cer Veränderungen hat seitdem zugenommen. Wie grundlegend die Veränderungen sind, wurde mir erst bewusst, als ich angefangen habe, im Buch „Das Zeitalter des Überwachungskapitalismus“ von Shosahna Zuboff zu lesen. Apple überholte 2011 den Wert des Unternehmens Exxon Mobile. Und in London sorgten Krawalle nach tödlichen Schüssen auf einen schwarzen Verdächtigen für das Ende des glaubens an den Neoliberalismus. Und in Spanien begannen Menschen, Google ins Visier zu nehmen und ein Recht auf das Vergessenwerden beim Europäischen Gerichtshof einzuklagen – mit schlussendlichem Erfolg. Und jetzt gibt es in Bayern einen Volksentscheid zum Insektensterben und zu einer besseren Umwelt- und Landwirtschaftspolitik. Auf www. volksbegehren-artenvielfalt.de Heißt es dazu: „Die Bienenretter und Rathausheld*innen haben es geschafft: Erfolgreichstes Volksbegehren der Geschichte in Bayern! 1.745.383 Millionen Unterschriften für ein besseres Naturschutzgesetz – 18,4 Prozent der Wahlberechtigten haben sich eingetragen. In manchen Gemeinden Quoten zwischen 30 und 40%! Das ist phantastisch und ein starkes Mandat, jetzt das Überleben der Artenvielfalt zu sichern und das Höfesterben zu bremsen. Obacht Landesregierung, wir kommen!“

 


#Fake-Facebook erkennen!

Zitronenkuchen vom Blech

Solche Nachrichten machen Hoffnung. Hoffnung darauf, dass ich mich zukünftig über das Reinigen von Windschutzscheiben freuen werde.

 

Allerdings wurde ich dann doch beruhigt: Denn auf Facebook stand es deutlich: NASA widerlegt Weltklimabericht und bestätigt: Antarktis-Polkappe wächst um 135 Milliarden Tonnen pro Jahr !!! Ein Jan Walter schreibt auf der Website legitim.ch: Eine NASA-Studie aus dem Jahr 2015 bestätigt, dass die Polkappe der Antarktis massiv zunimmt! Die NASA gab sogar zu, dass die Forschungsergebnisse dem fünften Sachstandsbericht des IPCC (Weltklimabericht 2013) widersprechen. Der Weltklimabericht scheint mit seiner Warnung vor einem Meerespiegelanstieg und vor dem Abschmelzen der Polkappen falsch zu liegen. Da haben wir ja alle noch einmal Glück gehabt. Allerdings gab es mal wieder keine Hinweise auf die Originalquellen. Und wer in meiner Timeline teilt so etwas? Denn nur, wenn es in meiner Freundesliste jemanden gibt, der so etwas mit „Gefällt mir“ gekennzeichnet hat, erhalte ich das auch in meiner Timeline … Deshalb auf diesem Wege noch mal ein Link, der helfen kann bei der Zuordnung von Facebook-Seiten: Bullshit-Presse und rechtsextreme Propaganda-Medien - In alphabetischer Reihenfolge.

 

Apropos Facebook: Dann kommt noch einiges auf uns zu. Denn die derzeitige Rechtslage ist unsicher. Sicher ist, dass wir einiges tun müssen, um die Folgen dieser Rechtslage im Griff zu behalten. Dazu brauchst Du Geduld – es gibt gute Anleitungen dafür. Hinweise gebe ich Euch gerne – stellt mir einfach eine Anfrage dazu über mein Kontaktformblatt auf meiner Website. Ich arbeite mit einer Lizenz eines Rechtsanwaltes – dessen Wissen darf ich weitergeben – und kann nur empfehlen, sich auch Online-Experten hinzuziehen. Es geht eben um mehr als Datenschutzvereinbarung auf der Homepage. Wenn ihr nach wie vor viel Effekte für Euer Business auf Facebook erreichen müsst, dann solltet Ihr Euch die Ergebnisse neuester Untersuchungen zu Herzen nehmen: Viel hilft nicht viel. Ein Handeln nach dem Prinzip: Je mehr ich poste, desto mehr Aufmerksamkeit bekomme ich. Aber: Das ist falsch. In Wahrheit ist es genau andersherum. Denn irgendwann empfinden die Follower das als Spam, sie reagieren nicht mehr. Besser ist mehr Zurückhaltung – lieber im Schnitt seltener als einmal am Tag posten. Damit liegt Du dann nahe am Optimum, das Wissenschaftler auch empirisch gemessen haben: Fünf bis sechs Posts pro Woche sind ideal, wer mehr als einmal am Tag postet, nervt. Und: Auf Instagram gibt es mehr Reaktionen als auf Facebook. Auch dafür gibt es gesicherte Erkenntnisse!

 

 

Rechnest Du noch – oder atmest Du schon?

Es stand in der ZEIT zu lesen: Die Reaktionszeit von Umweltinstituten auf die Versuche, jahrelange Erkenntnisse in der Stickoxid-Forschung durch ein Gutachten von Lungenärzten zu zerstören, waren zu lange. So ist die Verunsicherung jetzt nachhaltig, auch wenn nach und nach klar wird, wer da das Gutachten in Auftrag gegeben hat. LobbyControl e.V. hat es mal wieder aufgedeckt: „Recherchen von LobbyControl ergaben, dass der Aufruf nicht allein von einem Lungenarzt verfasst wurde. Anders als berichtet, waren es vier Initiatoren: zwei Lungenärzte und zwei Verkehrs- und Motorenforscher, letztere mit Bezügen zur Autoindustrie. Die Lungenarzt-Initiative stammt also zur Hälfte von Nicht-Medizinern mit Verbindungen zur Autobranche. Das macht einen Unterschied – insbesondere in der medialen und politischen Wirkung. Ohne unsere Recherchen wäre dies nicht ans Tageslicht gekommen.“ In den letzten Tagen gab es dann noch hämische Kommentare, weil in dem Gutachten dann auch noch Rechenfehler aufgetaucht sind. Und gleichzeitig die Meldung, dass die Bundesregierung jetzt die Grenzwerte für Stickoxidwerte in den Städten anheben will – und dann einen Tag später das Dementi der Bundesregierung, die Werte sollen doch so bleiben wie bisher. Die Initiative, die in der Bundesregierung kurz angedacht wurde, war von BMW an die Regierung herangetragen worden. Und dann wieder verworfen worden – nachdem der SPIEGEL darüber berichtet hatte. Eine Regierung, die es nicht kann.

 

 

#HartzIV-Reform!!

Kartoffelsuppen-Rezept gerne auch Anfrage

In diesem Tagen hat die SPD ein Reformkonzept vorgelegt, welches in der Öffentlichkeit große Beachtung gefunden hat. Ein TV-Auftritt von Andrea Nahles bei Maybritt Ilner wurde von vielen Zeitungen und Medien als gelungen angesehen. Die Kernpunkte der Reformvorschläge der SPD sind einfach: Wer arbeitslos wird und älter ist, soll länger Arbeitslosengeld I bekommen können. Wer arbeitslos wird, und das dann neue Bürgergeld erhalten muss, erhält eine 24-Monatsfrist, bevor des Vermögen einberechnet wird, auch die Kosten für die Wohnung können 2 Jahre so bleiben, wie sie sind. Dabei ist vor allem beeindruckend, welche Grundsätze den Sozialstaat der Zukunft bilden sollen: „Wir wollen den Sozialstaat aus der Perspektive derjenigen gestalten, die ihn brauchen – und nicht aus der Perspektive derjenigen, die ihn missbrauchen. Arbeitslosigkeit ist selten ein selbstgewähltes Schicksal. Der Sozialstaat muss die Würde des Einzelnen achten. Unterstützung zu brauchen, darf niemals als Stigma empfunden werden. Lebensleistungen müssen stärker anerkannt werden. Der Sozialstaat muss Abstiegsängsten entgegenwirken und neue Aufstiege ermöglichen.“ Und nun? Nun veröffentlicht die Bundesagentur für Arbeit Papiere, die zum Teil auf 2017 zurückgehen und die Reformvorschläge der SPD zum Teil konterkarieren. Es ist sicherlich in Ordnung, dass eine Behörde auch eigene Vorschläge unterbreitet. Aber es ist nicht in Ordnung, wenn ein Minister dieser Behörde von genau dieser Behörde so vorgeführt wird, wie das jetzt der Fall ist. Denn: Die von der SPD vorgeschlagene längere Bezugsdauer von älteren Arbeitslosen und die anschließende 2-Jahres-Schonfrist führen aus Sicht der BA dazu, dass gerade ältere Arbeitslose sich mehr Zeit lassen beim Suchen eines Jobs. Aber alle, die sich auf dem Arbeitsmarkt auskennen, wissen, dass Menschen über 50 kaum eine Chance haben, einen neuen Job zu finden – Fachkräftemangel-Diskussion hin oder her. Diese Frühverrentungstendenzen, die sich darauf ergeben könnten, gab es schon einmal und führten zu Regelungen bei Personalabbau in Großbetrieben, die dazu führten, dass jemand mit 57,4 Jahren in die vorgezogene Altersrente ohne Abschlag gehen konnte. Davon sind die Vorschläge der SPD weit entfernt. Warum also wird das Papier jetzt veröffentlicht? Weil der Minister seine Behörde nicht im Griff hat.

 

Zwei Hinweise noch, die die inhaltliche Debatte ergänzen: Für eine wirkliche Reform wäre es notwendig, die Betreuung in eine Hand zu geben – bis heute ist es so, dass die Leistungen zum Lebensunterhalt und die Vermittlungsbemühungen nicht von einer Person, sondern von zwei komplett getrennten Verwaltungseinheiten erbracht werden. Diese Einheiten kommunizieren kaum direkt miteinander. Die Zusammenlegung der Arbeitslosenhilfe und der Sozialhilfe unter einem Dach ist zwar erfolgt – aber nicht die Zusammenlegung in eine Hand. Auch der damals beabsichtigte Betreuungsschlüssel von 1:75 ist nie erreicht worden – er ist mindestens doppelt so hoch. Eine wirkliche Betreuung kann so nicht stattfinden. Und: Ein wesentlicher Kernpunkt der Reform der bestehenden Leistungsgewährung muss darin bestehen, dass Einkünfte von unter 25-jährigen nicht mehr auf die sog. „Bedarfsgemeinschaft“ angerechnet werden. Denn diese Einberechnung führt dazu, dass Bedarfsgemeinschaften, wo Jugendliche eine Ausbildung beginnen, finanziell dafür bestraft werden, weil nicht mehr sondern weniger Familieneinkommen haben. So werden Hartz-IV-Karrieren erzeugt. Denn: Aus der Bedarfsgemeinschaft ausziehen, um die Anrechnung zu verhindern, dürfen 18jährgier auch nicht – erst mit 25 Jahren wird Alg-II-EmpfängerInnen der volle Erwachsenenstatus verliehen – dann kriegen sie auch den vollen Satz gezahlt. Also: die Reform muss auch den aus der Weimarer Zeit übernommen Begriff der Bedarfsgemeinschaft streichen!

 

#Domains - viele oder eine?

In den letzten Wochen erreichen mich immer wieder Anfragen, ob es nicht sinnvoll sein, mehrere Domains zu haben, um die Sichtbarkeit von des Unternehmens auf Google zu verbessern. An dieser Stelle also auch noch mal die Antwort, die ich darauf immer gebe: Nein, das ist nicht notwendig. Wer seine Suchmaschinenoptimierung wirklich sehr gut gestalten will, braucht dafür prinzipiell nicht mehrere Domains auf den gleichen Inhalt zu leiten. Leider ist es immer noch so, dass die Versuchung, noch ein paar Domains dazuzukaufen, die gut klingen. Mehrere Domains zu besitzen ist auf jeden Fall dann sinnvoll, wenn es darum geht, bestimmte KeyWords mit diesen zusätzlichen Domains besser zu erreichen – aber dann ist es auch notwendig, diese Domains parallel gleichwertig zu bearbeiten – dies ist also doppelter Aufwand, der finanziert und zeitlich untergebracht werden muss.

 

Was gar nicht geht: Mehrere Domains mit denselben Inhalten auf demselben Server zu betreiben. Dies bewirkt, dass Google dies als Duplicate Content wertet - und das wird sich in der Regel negativ auf das Ranking auswirken. Wenn Du beispielsweise eine Hauptdomain www.abc.de betreibst und zusätzlich noch www.abc-angebot.de und www.abc-schnäppchen.eu besitzt, dann ist folgende Vorgehensweise sinnvoll: Die beiden letztgenannten Domains dürfen nur über 301 (Status Moved Permanently) auf die Hauptdomain weiterleiten. Die ursprüngliche Internetpräsenz bleibt dadurch nur einmal aufrufbar. Wird diese 301-Weiterleitung nicht genutzt, wird Google die Seite im Ranking herabstufen. Dabei ist zu beachten, dass diese Gefahr auch besteht, wenn sich die Seite mit und ohne „www“ aufrufen lässt. Von daher ist eine Entscheidung für eine Aufrufvariante zu treffen. Merke: Alle anderen Varianten und Domains sollten nur über den Statuscode 301 auf die Hauptdomain weiterleiten. Das lässt sich über Eintragungen realisieren, die sich im Root-Verzeichnis des Webservers befinden müssen. Also: Wirklich gewährleistet, dass kein sog. „Duplicate Content Problem“ auftritt, ist es, wenn die 301-Regeln eingehalten werden. Sonst ist die Hauptdomain von einer Abwertung durch Google bedroht.

 

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