Themen der Woche 08/2019

#WhatsApp löschen, bitte!

Bild vom U-Boot-Bunker Valentin in Bremen-Farge

In der Vorbereitung auf die Datenschutzgrundverordnung habe ich im Mai 2018 entschieden, dass auf meinem Diensthandy WhatsApp nicht mehr genutzt wird. Und an den Schulen ist – so konnte ich zu Beginn der Woche lesen – unklar, ob es LehrerInnen gestattet ist, WhatsApp für dienstliche Zwecke der Kommunikation mit Eltern zu nutzen. Es ist zwar verboten, aber alle wissen: Es gibt tausende Elterngruppen, die sich per WhatsApp abstimmen. Auch das ist im Grunde genommen, nicht in Ordnung: Der Grund dafür ist vor allem, dass WhatsApp keinen ausreichenden Schutz personenbezogener Daten vor fremden Zugriffen bietet. Das Problem liegt primär in der Synchronisation der Kontaktdaten – denn wer den Messenger auf seinem Smartphone nutzt, gewährt WhatsApp Zugriff auf sein Adressbuch. Damit erhält der US-Konzern auch Telefonnummern von Kontakten, die den Messenger überhaupt nicht nutzen. Der Messengerdienst, der zum Facebook-Konzern gehört, ist für mich wegen der Übertragung der Adressbuchdaten aus dem Smartphone auf Facebook-Server nicht mehr akzeptabel. Ich bin der Meinung, dass dafür jede Person aus dem Adressbuch des WhatsApp-Nutzers aktiv seine Zustimmung geben müsste. Dies ist aber faktisch nicht möglich. Es gibt zwar Bemühungen von unterschiedlichen Unternehmen aus dem Dienstleistungs- und Handwerksbereich, sich von den Kunden und Kundinnen jeweils eine entsprechende Vereinbarung geben zu lassen. Gerne sende ich eine Vorlage zu – aber das alleine wird ja nicht reichen: Denn sobald ich einen neuen Kontakt auf meinem Telefon habe – dafür genügt das schlichte anrufen einer Nummer – dann wird diese Telefonnummer in die Synchronisation aufgenommen. Ich habe daher ein privates Handy mit WhatsApp und ein Diensthandy ohne WhatsApp. Aber: Wer mich erreichen will, kann dies über Threema oder Telegram machen. Meine Empfehlung: Macht es so wie ich. Die DSGVO wird im Jahr 2019 in die aktive Prüfungsphase gehen – und das wird auf allen Ebenen dazu führen, dass es Prüfungen in jeder Branche gibt.

#E-Book-II ist in Arbeit!

Zitronenkuchen vom Blech

Facebook vergißt nichts: Auch wenn Du es vergißt, was Du irgendwann einmal gepostet hast – es bleibt dort stehen. So ist es mir auch ergangen. Denn für das Jahr 2018 gab es ein Projekt: Das zweite E-Book sollte erscheinen und die Arbeit daran habe ich in 2017 auch begonnen. Und in der Facebook-Gruppe gefragt, wer denn in dem E-Book interviewt werden will. In 2017 habe ich dann auch zwei Interviews geführt – und bin dann in einem Auftragseingangshoch versumpft. Das Projekt wurde zwar offiziell nicht als beendet und gescheitert erklärt, aber irgendwie erledigen sich manche Sachen ja auch von selbst. Dachte ich bisher. Bis dann zwei Gründer das Posting wieder entdeckt hatten und sich dafür interessiert zeigten – also wird das Projekt jetzt in 2019 beendet. Die ersten Aktivitäten dazu sind gestartet und die Interviewleitfäden überarbeitet – alle, die sich dafür bisher gemeldet hatten, bekommen diese „Fragebogen“ zugesendet und antworten dann hoffentlich darauf. Natrülich werde ich vorher noch einmal persönlich mit einem Kontakt nachfragen, ob die Bereitschaft dafür weiter besteht. Mehr demnächst dann also hier. Das erste E-Book kann bei mir übrigens mit einer E-Mail an info@beratungsunternehmer.net bestellt werden oder über diesen Link heruntergeladen werden.

#Lernen lernen bleibt die Aufgabe!

Digitalpakt. Endlich beschlossen. Das positive daran: Die Kleinstaaterei in Deutschland in Sachen Bildung wird tendenziell beendet, weil Bundesregierungen endlich Mittel für die Schulen direkt einplanen und einsetzen können. Das negative daran: Es hat so lange gedauert und war für alle so transparent – das Unvermögen, eine Sachfrage auf parlamentarischer Ebene so zügig zu bearbeiten, wie es eigentlich geplant war. Nein, da musste die Bundesregierung in den letzten Vereinbarungsentwurf einige Dinge schreiben, die bisher nicht in den Diskussiosnvorlagen enthalten waren. Am meisten sorgte für Empörung, dass die Länder immer genauso viel selbst aufbringen sollte, wie die Bundesregierung an Geld dazu gibt. Haben die Verantwortlichen in der Bundesregierung wirklich gedacht, dass die Verantwortlichen der Länder das übersehen würden? Nein, haben sie auch nicht. Also gab es noch viele weitere Gespräche … jetzt ist es amtlich: Mit dem überarbeiteten Artikel 104 des Grundgesetzes soll der Bund den Ländern bei Investitionen in die kommunale Bildungsinfrastruktur unter die Arme greifen dürfen. Geplant sind milliardenschwere Ausgaben für Computer, Server, Router, Lern- und Kommunikationsplattformen, interaktive Tafeln sowie schnelles Internet nebst WLAN an Schulen. Auch am Aufbau einer Systemadministration oder Schulung des pädagogischen Personals bei Investitionen in die digitale Bildungsinfrastruktur soll sich der Bund beteiligen können.

 

So das Geld scheint dann da zu sein. Die Infrastruktur wird geschaffen. Hardware und Software können gekauft werden. Aber: Lehrkräfte müssen in die Lage versetzt werden, die Hürden und Fallstricke im Umgang mit digitalen Medien zu vermitteln – so äußerten sich viele Politiker und Vertreter von Verbänden. Deutlicher geht es kaum: Die einen haben Angst, dass die Digitalisierung die hierarchischen Struktur in den Schulen auflösen könnte, womöglich die LehrerInnen nicht mehr gebraucht werden. Andere wiederum geben zu bedenken, dass die Nutzung von digitalen Medien die Entwicklung des Gehirns insgesamt verlangsamt und bestimmte neuronale Netze dort dann gar nicht mehr funktionieren können. Wir werden es erleben. Meine simplen Erfahrungen sprechen dagegen: Die Schule sorgt für Rahmenbedingungen, die das Lernen manchmal erschweren – und viele Kinder dort die Lust am Lernen verlieren. Eltern müssen dafür sorgen, dass die Rahmenbedingungen der Schule für das Kind nutzbar gemacht werden. Wo die Eltern versagen oder nicht helfen können oder nicht helfen wollen – da war auch früher schon das Lernen unmöglich für Kinder. Auch ohne Smartphone und Tablet.

#HartzIV-Reform - ohne Sanktionen

Kartoffelsuppen-Rezept gerne auch Anfrage

Die aktuelle Debatte um die Reform von Hartz IV nimmt auch immer wieder die bestehende Sanktionspraxis in den Fokus. Wir kennen das ja aus allen Debatten, die damit zu tun haben.  Kann sich noch jemand an die Studie erinnern, die das IAB vor einigen jahren dazu veröffentlicht hat? Hintergrund: Die meisten Sanktionen werden eben auch für die Meldeversäumnisse ausgesprochen. Das Nichtwahrnehmen von Terminen kann schon beim ersten Mal sanktioniert werden. Es ging darum, dass vor allem diejenigen sanktioniert werden, die wenig Allgemeinbildung, schlechte schulische Qualifikation oder wenig oder keine berufliche Ausbildung hatten. Gerade in diesem Bereich der klassischen Unterschicht wird das formale Herangehen an Mitwirkungspflichten schon dadurch schwierig, weil viele eben durch das Wegbrechen der Tagesstruktur aufgrund jahrelanger Arbeitslosigkeit oder dem Fehlen einer effektiven Schriftkultur nicht in der Lage sind, diesen Anforderungen zu entsprechen: Briefe gehen verloren – entweder, weil die Briefkästen in den Wohnblöcken, in denen die Mieten noch gerade so von den JobCentern bezahlt werden, immer offen stehen – oder die Briefzustellung in diesen Vierteln nicht mehr ordnungsgemäß funktioniert. Wenn der Brief doch angekommen ist, dann wird er eben nicht in einem guten Zeitmanagement verarbeitet, sondern weggelegt, in der Hoffnung, dass die Erinnerung daran noch rechtzeitig kommt. Dies geht aber faktisch viel zu oft schief.

 

Aber das Problem liegt tiefer. Es beginnt damit, dass viele die Regeln nicht richtig und vollständig verstehen. Zudem gelingt es diesen Menschen schlechter, eine als unzumutbar empfundene Maßnahme abzulehnen – in dem einfach dazu argumentiert wird. Viele trauen sich nicht, ihre eigenen Berufswünsche zu artikulieren und sich argumentativ dafür einzusetzen. Stattdessen sagen sie nichts – und besuchen den zugewiesenen Kurs einfach nicht. Auch von den rechtlichen Möglichkeiten, Sanktionen zu vermeiden, machen sie kaum Gebrauch. Oft wissen sie gar nicht, dass sie Entscheidungen der Vermittler anfechten können.

Dazu kommt, dass die Fachkräfte aus Vermittlung und Fallmanagement immer häufiger eine Hochschulausbildung haben, was zu begrüßen ist. Aber damit geht auch einher, dass dieser neuen Generation von Akademikern die Lebenswelt der Unterschicht sehr fremd ist. Sie können sich nicht gut in deren Situation hineinversetzen.

In der angesprochenen Untersuchung ist noch etwas anderes herausgekommen: Die schon bestehenden negative Zuschreibungen etwa von Lehrern oder früheren Vermittlern über die Jahre verfestigen sich in den Akten. Dies begünstigt dann das Verhängen von Sanktionen. Ergebnis der Untersuchung: Sanktionen in der Grundsicherung reproduzieren soziale Ungleichheit. Die Empfehlung war: Berücksichtigung dieses Forschungsergebnisses und Entschärfung der Sanktionen.

Die Studie des IAB war aus dem Jahr 2016. Drei Jahre später gibt es noch keine nennenswerte Änderung, wie aktuelle Zahlen beweisen: so heisst es aus der Bundesagentur für Arbeit: „2017 mussten die Jobcenter [für die 4,36 Mio. Alg-II-EmpfängerInnen] bei 733 800 Menschen deswegen die Regelleistung um zehn Prozent absenken.“ Und: „Die Sanktionsquote - also das Verhältnis von verhängten Sanktionen zu allen erwerbsfähigen Leistungsberechtigten - lag unverändert bei 3,1 Prozent.“ Wenn ich das ausrechne, liege ich bei einer Quote von über 7 Prozent.

#E-Mail-Signatur - bitte beachten!

Eins der Themen, die ich immer wieder versuche, rechtzeitig anzusprechen, wenn sich jemand selbstständig macht:

Die Pflicht, ein E-Mail-Impressum in der E-Mail-Signatur zu führen. Dies leitet sich aus dem 2006 verabschiedeten Gesetz über elektronische Handelsregister und Genossenschaftsregister sowie das Unternehmensregister ab.  Im Einklang mit EU-Änderungen im Hinblick auf das Handelsgesetzbuch, das GmbH-Gesetz und das Gesetz für Aktiengesellschaften sind seitdem gesetzeskonforme Pflichtangaben in Geschäftsbriefen zu machen - das gilt auch für das E-Mail-Impressum in der E-Mail-Signatur.  Die E-Mail gilt somit als Geschäftsbrief. Welche Pflichtangaben Sie in der E-Mail zu machen haben, hängt davon ab, ob das Unternehmen im Handelsregister eingetragen ist oder nicht. Wichtig: Eine fehlerhafte E-Mail-Signatur kann sogar zur Abmahnungen führen. 

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