Themen der Woche 09/2019

#Konkurrenzvergleich muss sein!!

Bild vom U-Boot-Bunker Valentin in Bremen-Farge

Am Montag ging es bei strahlendem Sonnenschein auf der A29 Richtung Wilhelmshaven. Beratung einer Gründerin. Das Besondere an ihr ist nicht das geplante Geschäftsvorhaben, sondern die Tatsache, dass sie sich vor der Gründung ganz genau angesehen hat, wo eventuell Konkurrenz bestehen könnte. Die meisten Existenzgründer wählen einen Standort aufgrund von Faktoren aus, die zwar positiv erscheinen, aber wichtigere Faktoren für das Gelingen der Existenzgründung außer Acht lassen. Oftmals lassen sich Existenzgründer bei der Entscheidung für einen Standort von persönlichen Dingen leiten, wie die Nähe zum Wohnort und -sitz, das vertraute Umfeld oder die Nähe zur Arbeitsstelle des Partners. Dabei werden die Verkehrsanbindung, die Konkurrenz oder die Kosten bei der Standortanalyse vernachlässigt. Wer sich bereits zu Beginn bei der Standortwahl auf die wesentlichen Merkmale eines guten Standorts besinnt, erhöht die Chance einer erfolgreichen Existenzgründung. Denn mit dem Standort steht und fällt oft das Geschäft.

Genau das hat die Gründerin in diesem Fall systematisch und mit Akribie getan: Sie hat alle Konkurrenten bewertet, das Einzugsgebiet der Konkurrenz qualifiziert eingeschätzt und ganz lange nach einer idealen Location gesucht – gefunden wurde diese in Form einer alten Schule, die selbstredend ganz tragbar im Mietpreis ist, wo die Vermieter die Gründerin mit offenen Armen empfangen haben und die Kunden gut hinkommen können – und sogar direkt vor dem Gebäude parken können. Platz, um gut sichtbar Außenwerbung anbringen zu können, gibt es auch. Kurze Wege sind für die Gründerin auch möglich, da in dem Schulgebäude auch noch eine Wohnung frei war. Existenzgründung in der Provinz kann so einfach sein. 

#Geld verdienen bei Alg I - Bezug

Zitronenkuchen vom Blech

Dienstag am Bahnhof in Delmenhorst auf dem Weg nach Hannover: ein Kunde braucht eine förderrechtliche Beratung ins Sachen Arbeitslosengeld, Gewerbeanmeldung und Hinzuverdienstgrenzen. In der Übergangsphase von Arbeitslosigkeit zu Selbstständigkeit kann es ja durchaus vorkommen, dass Gründer und Gründerinnen schon Aufträge akquirieren und auch Geld verdienen können. Da gibt es dann meistens zwei Probleme: Wie viel Geld darf beim Bezug von Arbeitslosgengeld  dazu verdient werden? Darf ich ein Gewerbe anmelden? Oder verliere ich dann den Anspruch auf Arbeitslosengeld I ganz?

 

Die Antworten sind: Wer für die Akquise von Aufträgen oder die Recherche nach Preisen eine Gewerbeanmeldung braucht, kann dies mit einem Nebengewerbe erreichen. Dann ist es erlaubt, bis zu 15 Stunden wöchentlich zu arbeiten, ohne den Anspruch auf Arbeitslosegeld I zu verlieren. Allerdings: Da gibt es eine Hinzuverdienstgrenze von 165 Euro – alles, was darüber verdient wird – also als Gewinn anzusehen ist – wird dann vom Arbeitslosengeld I abgezogen. Wer also viel Gewinn macht, wird viel Alg I verlieren. Die Berechnung wird so durchgeführt, dass die Arbeitsagentur von den Einnahmen 30% pauschal als „Werbungskosten=Betriebsausgaben“ abzieht. Wer mehr als 30% an Ausgaben nachweisen kann durch Belege, kann auch mehr von den Einnahmen behalten. Allerdings: Es gibt auch die Möglichkeit, sich rechtzeitig aus dem Bezug von Alg I für einen Monat oder auch eine Woche einfach abzumelden – und in der Zeit dann Einnahmen zu erzielen, die dann nicht angerechnet werden können. Also: Sofern Du Dich für die Dauer einzelner Projekte aus der Arbeitslosigkeit verabschiedest, darfst Du ganz offiziell "Unternehmer auf Zeit" sein. Sobald der Auftrag abgearbeitet ist, meldest Du Dich wieder arbeitslos und beziehst weiter die Lohnersatzleistungen. Die erzielten Einkünfte darfst Du behalten. Achtung. Dafür musst Du in dieser Zeit aber auch selbst für die Sozialversicherung sorgen. Dabei geht es jedoch "nur" um die Kranken- und Pflegeversicherung. Wichtig bei sehr kurzen Projektlaufzeiten von weniger als einem Monat: Damit es nicht zu einer Unterbrechung des Versicherungsschutzes kommt, sind die gesetzlichen Krankenkassen verpflichtet, einen einmonatigen beitragsfreien "Nachversicherungsschutz" zu gewährleisten. Da die (wiederholten) Umstellungen für die Kassen einen beträchtlichen bürokratischen Aufwand bedeuten, kann es sein, dass Du in diesem Fall mit ein wenig Glück sogar ganz um zusätzliche Krankenkassenbeiträge herumkommst.

 

Etwas Schatten fällt auf den Tag durch den sich abzeichnenden heraufziehenden Krieg zwischen Indien und Pakistan. Zwei Atommächte.

 

#Uploadfilter führen zu Oligopolen

Auf netzpolitik.org standen diese wichtigen Sätze: „Die EU-Urheberrechtsreform könnte zu erheblichen datenschutzrechtlichen Problemen führen, warnt der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, Ulrich Kelber. Beim Einsatz von Uploadfiltern bestehe die Gefahr, dass wenige große Anbieter, die eine entsprechende Technik zur Verfügung stellen, verstärkt Daten über Nutzer vieler Plattformen und Dienste im Internet gewinnen würden.

Kelber warnt deshalb vor möglichen Konsequenzen der Reform. Auch wenn Uploadfilter nicht explizit im Gesetzentwurf gefordert würden, geht er davon aus, dass diese in der Praxis eingesetzt werden müssten. Kelber sagt: „Gerade kleinere Plattform- und Diensteanbieter werden nicht die Möglichkeit haben, mit allen erdenklichen Rechteinhabern Lizenzverträge zu schließen. Ebensowenig werden sie den immensen Programmieraufwand betreiben können, eigene Uploadfilter zu erstellen. Stattdessen werden sie auf Angebote großer IT-Unternehmen zurückgreifen, so wie das heute schon unter anderem bei Analysetools passiert, bei denen die entsprechenden Bausteine von Facebook, Amazon und Google von vielen Apps, Websites und Services verwendet werden.“

Letztendlich entstünde so ein Oligopol weniger Anbieter von Filtertechniken, über die dann mehr oder weniger der gesamte Internetverkehr relevanter Plattformen und Dienste laufe. Diese würden dann weitreichende Informationen über alle Nutzerinnen und Nutzer erhalten, so Kelber weiter. Der Bundesdatenschutzbeauftragte fürchtet, dass die EU-Urheberrechtsreform als Nebeneffekt eine weitere Konzentration von Daten bei den großen Plattformen bewirkt. Gerade vor dem Hintergrund des nur ein paar Wochen alten Beschlusses des Bundeskartellamts zu Facebook sollte der Fokus eigentlich darauf gelegt werden, genau das Gegenteil zu erreichen, so Kelber.

„Wenn die EU der Auffassung ist, dass Plattformbetreiber auch ohne Uploadfilter ihrer neuen Verantwortung sinnvoll nachkommen können, muss sie dies klar darlegen.“ Andernfalls müssten die Pläne aus datenschutzrechtlicher Sicht noch einmal grundlegend überarbeitet werden. Denn bei aller Notwendigkeit der Reform dürfe diese nicht auf dem Rücken und zu Lasten des Datenschutzes der Internetnutzerinnen und -nutzer erfolgen."

#DSGVO- die Prüfer sind unterwegs!

Kartoffelsuppen-Rezept gerne auch Anfrage

Immer wieder taucht die Frage auf, ob sich in den nächsten Wochen etwas tun wird bei der Prüfung der Umsetzung der Datenschutzgrundverordnung, die letztes Jahr im Mai in Kraft getreten ist. Dabei ist eine Frage auch immer wieder, ob ein Unternehmen einen Datenschutzbeauftragten braucht. Dazu ist folgendes festzuhalten: Im Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) ist definiert, wann ein Unternehmen dazu verpflichtet ist, einen Datenschutzbeauftragten zu bestellen. Eine gesetzliche Verpflichtung liegt in den folgenden drei Fällen vor: 

1.) Das Unternehmen beschäftigt mindestens neun Mitarbeiter, die personenbezogene Daten automatisiert verarbeiten. Ob es sich dabei um fest angestellte Mitarbeiter, freie Mitarbeiter oder Aushilfen handelt ist irrelevant. Sofern diese Arbeiten am Computer verrichtet werden, ist von einer automatisierten Verarbeitung der Daten auszugehen. Die rechtliche Grundlage bildet § 4f Abs. 1 Satz 3 BDSG.

2.) Das Unternehmen übermittelt personenbezogene Daten geschäftsmäßig, erhebt oder verarbeitet diese. Beispiele für solche Unternehmen sind Auskunfteien, Adressverlage oder Marktforschungsunternehmen. Die Anzahl der Beschäftigen spielt dann keine Rolle. Rechtsgrundlage: § 4f Abs. 1 Satz 5 BDSG.

3.) Das Unternehmen verarbeitet besonders sensible Daten, wie beispielsweise Bonitäts- oder Gesundheitsdaten. In solch einer Situation besteht unabhängig von der Anzahl der Beschäftigten eine grundsätzliche Verpflichtung zur Bestellung eines Datenschutzbeauftragten. Rechtsgrundlage ist § 4f Abs. 1 Satz 5 BDSG.

Bei personenbezogenen Daten handelt es sich um Einzelangaben, die über persönliche oder sachliche Verhältnisse informieren. Hierzu zählen unter anderem: Name, Alter, Familienstand, Geburtsdatum - Personalausweisnummer, Sozialversicherungsnummer - Adressdaten sowie Telefonnummer, E-Mail Adresse -Konto- und Kreditkartennummer -Kraftfahrzeugnummer, Kfz-Kennzeichen - Gesundheitsdaten und genetische Daten - Werturteile wie zum Beispiel Zeugnisse – Vorstrafen.

Personenbezogene Daten, die Unternehmen verarbeiten, sind überwiegend Kundendaten. Allerdings darf nicht vergessen werden, dass Personaldaten ebenfalls personenbezogen und somit im Rahmen des Datenschutzes zu berücksichtigen sind.

Die Form, in der relevante Daten verarbeitet und beispielsweise gesichert werden, spielt keine Rolle. Daher können auch Audioaufzeichnungen, Fotos, Videos oder Röntgenaufnahmen als personenbezogene Daten klassifizierbar sein.

Ein Datenschutzbeauftragter stellt sicher, dass keine Fehler im Umgang mit diesen Daten gemacht werden und sich das Unternehmen somit auf rechtssicherem Terrain bewegt. Soweit die Bestellung eines Datenschutzbeauftragten nicht gesetzlich vorgeschrieben ist, muss die Unternehmensleitung den Datenschutz sicherstellen. Es besteht die Option, einen externen Datenschutzbeauftragten freiwillig zu bestellen.

#Bankengespräch erfolgreich führen!

Vorbereitung auf ein Bankengespräch in Bremen. Es geht um den Kauf eines Restaurants im Bremer Viertel. Die Bank hatte sich genau 7 Tage Zeit gelassen, die eingereichten Unterlagen zu sichten – so war es angekündigt worden und dann auch umgesetzt worden.    Wenn Sie bei der Bank anrufen, um einen Termin für das Kreditgespräch zu vereinbaren: Verbreiten Sie keine Hektik – ca. fünf Tage sollten zwischen dem Telefonat und dem eigentlichen Termin liegen. Wenn Sie auf einen früheren Termin drängen, wirken Sie planlos und schlecht organisiert.    Auch bei einem Gespräch mit einer Bank gilt: Das Erscheinungsbild und das Verhalten des Kreditsuchenden machen bis zu 60 Prozent der Entscheidung des Bankers aus. Dazu gehört auch der Dresscode, die Wahl des richtigen Sitzplatzes, der direkte Augenkontakt und der Händedruck. In der Regel wird der Unternehmer aufgefordert, seinen Lebenslauf kurz zusammen zu fassen: Hier gilt: Nicht das schon erreichte überbetonen – sondern in die Zukunft blicken und mit Details über das Vorhaben eine zukunftsorientierte Aufbruchstimmung verbreiten. In dieser Phase denkt der Banker darüber nach, ob er Unternehmer etwas abkaufen würde – es geht also auch hier nicht nur um Inhalte, sondern auch darum, WIE ich mein Gegenüber überzeuge. Daher sind praktische Beispiele wichtig für das Kreditgespräch. Der zukünftige Unternehmer muss zeigen, dass er sich zu allen Eventualitäten des zukünftigen Geschäftsalltags Gedanken gemacht hat.  Markt und die Konkurrenz werden auf jeden Fall auch Themen sein, die im Gespräch eine wichtige Rolle spielen. Die Regel lautet: Niemals schlecht über die Konkurrenz sprechen! Eine sachliche Auseinandersetzung ist dagegen angemessen – also lieber die eigenen Stärken im Vergleich mit den Konkurrenten darlegen. Auch die Banker werden eine zeitlang sprechen – und dann ist es ratsam, sich während dieser Auswirkungen Notizen zu machen. Nur einfach sitzen und zuhören könnte als Signal von Desinteresse und Motivationsproblemen eingeschätzt werden. Wer sollen denn die Kunden sein – die Zielgruppe muss konkret und lebendig erklärt werden können. Die Kunden müssen quasi im Gespräch lebendig mit am Tisch stehen und den Bankern klar vor Augen geführt werden. Egal wie ein Gründer oder eine Gründerin sich im Bankengespräch fühlt – es geht nicht darum, eine Bitte zu überbringen, sondern es geht darum, sich im Bankengespräch als gleichwertiger Geschäftspartner zu fühlen und auch so aufzutreten. Ein Gründer oder eine Gründerin verkauft eine Geschäftsidee und der Banker verkauft einen Kredit. Konkret mit konkreten und terminierten Absprachen muss das Gespräch beendet werden. Wer kontaktiert wann und wen als nächstes? Welcher Zeitplan und welche Fristen müssen eingehalten werden? Wenn diese genauen Absprachen nicht gemacht werden, dann hätte das Gespräch auch vermutlich nicht geführt werden müssen.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0