25/2019: Erinnerst Du Dich an Christian Schmidt?

Erinnerst Du Dich an #ChristianSchmidt?

Nein, es ist kein Schulfreund von Dir, den Du aus den Augen verloren hast. Er war mal Bundeslandwirtschaftsminister, Parteibuch: CSU. Ende 2017 hat er in Brüssel dafür gestimmt, das höchst umstrittene Ackergift Glyphosat für weitere fünf Jahre bis 2022 in der EU zuzulassen. Große Empörung – die jetzige Bundesregierung versucht hier noch etwas zu erreichen, in Frankreich ist es verboten, in Deutschland bisher nur in Dresden und Dachau: In Dachau  darf auf städtischen Ackerflächen kein Glyphosat mehr genutzt werden, berichtete die Süddeutsche Zeitung (SZ) bereits 2017. Neben dem Verbot von Glyphosat dürften außerdem keine Insektenbekämpfungsmittel auf Neonicotinoid-Basis mehr verwendet werden, entschied der Hauptausschuss des Dachauer Stadtrats.

Kleiner Glyphosat-Reminder: Glyphosat ist eines der meistverkauften Pestizide der Welt und wird in Deutschland auf circa 40 Prozent der Felder eingesetzt, um Unkraut zu vernichten oder Getreide schneller reifen zu lassen. Dabei stuft die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend“ ein. Rückstände von Glyphosat finden sich überall in der Umwelt und in unseren Lebensmitteln: in Honig, in Wein und Saft und sogar in Bier. Das Verhalten von Christian Schmidt ist typisch für den industriell-politischen Komplex. Schön und kurz lesbar in einem Artikel von Thilo Bode gelesen: „Lobbyismus 2.0: Der industriell-politische Komplex“. Inhalt: Es wird darüber berichtet, wie Politiker nach dem Ende des Wahlamtes ihre Zukunft sichern – in dem sie hier und dort eine den Interessen eines Konzerns dienliche Entscheidung treffen. So wie Christian Schmidt. Vorgenommen hatte ich mir dann, zu beobachten, was wohl aus Christian Schmidt so wird. Es hat nicht lange gedauert: Er war bis März 2018 Landwirtschaftsminister, zuletzt auch Verkehrsminister. Und im August 2018 konnte ich dann lesen: Der ehemalige Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt soll als politischen Vertreter in den Aufsichtsrat der Deutschen Bahn. Das hieß es am Donnerstag aus Parlamentskreisen in Berlin. Neben seinem Bundestagsmandat soll der ehemalige Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt nun auch als politischen Vertreter der CSU in den Aufsichtsrat der Deutschen Bahn. Das hieß es am Donnerstag aus Parlamentskreisen in Berlin, meldet die dpa. Erstmals wurde diese Meldung schon im März 2018 berichtet. Die Bestellung Schmidts sei allerdings nicht unproblematisch, wie in Aufsichtsratskreisen diskutiert wird. Die Bestellung Schmidts sei allerdings nicht unproblematisch, meint man in Aufsichtsratskreisen. Immerhin war er noch bis März Landwirtschaftsminister, zuletzt zusätzlich auch Verkehrsminister.“ Danach war es dann wieder still um Christian Schmidt. Die Deutsche Bahn ist übrigens der größte deutsche Verbraucher von Glyphosat. Und: Ab diesem Frühjahr 2019 kann Schmidt seine Vollzeittätigkeit als Bundestagsabgeordneter mit dem Aufsichtsratsposten bei der DB AG abrunden, einem nicht unerheblichen Zubrot bestehend aus einer festen jährlichen Vergütung von 20.000 Euro, einem Sitzungsgeld in Höhe von 250 Euro sowie einer erfolgsorientierten jährlichen Vergütung.

 

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