05/2017: Arbeitslosigkeit macht krank

Langzeitarbeitslosigkeit

Herbstimpression: Erinnerung an Heidelberg

Die Situation von Arbeitslosen in Deutschland ist nach wie vor viel zu wenig Thema. Eine Studie, die das IAB in 2014 herausgebracht hat, bestätigt die Erkenntnisse aus den dreißiger Jahren in einer kleinen Industriestadt Marienthal sehr deutlich.

"Erwerbsarbeit dient nicht nur dem Broterwerb, sondern steht in engem Zusammenhang mit der Gesundheit, der sozialen Einbindung und der Lebenszufriedenheit, die allesamt unter erwerbstätigen ALG-II-Empfängern höher ausgeprägt sind als bei arbeitslosen ALG-II-Empfängern."

Das bedeutet umgekehrt, dass die Teilhabe am kulturellen und gesellschaftlichen Leben abnimmt.

"Zahlreiche Studien belegen, dass ein langes Nichtteilhaben am Erwerbsleben nicht nur das Risiko von Armut und Deprivation erhöhen, sondern sich negativ auf das körperliche und seelische Wohlbefinden der Betroffenen auswirken kann (Paul/Moser 2009; Roelfs et al. 2011). Zudem vermehrt Langzeitarbeitslosigkeit das Risiko sozialer Exklusion, da mit dem Verlust der Erwerbstätigkeit soziale Kontakte am Arbeitsplatz wegbrechen und häufig auch die Teilhabe am politischen, (Gundert/Hohendanner 2014)."

Wer sich drastisch die Folgen von Arbeitslosigkeit ansehen möchte, sollte den Film „Einstweilen wird es Mittag“ und die entsprechenden You-Tube-Mitschnitte einer Dokumentation dazu ansehen. Auch gut für Veranstaltungen und als Diskussionsanreiz.

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