NachDenkAnstöße

Wie ist es bei Dir im Alltag? Bei mir ist es gefühlt so, dass es immer mehr Plastikverpackungen zu geben scheint, und nicht weniger. Immer, wenn ich so ein Gefühl habe, dann versuche ich, Fakten zu finden. Die gefundenen Fakten sind leider erschütternd: Weltweit sind von ganzen seit den fünfziger Jahren hergestellten Plastikmülls erst ca. 10 Prozent recycelt worden. Und die Pläne der Konzerne sind erchreckend (...)

Die niedersächsische Landesregierung will bis zum Jahr 2025/26 flächendeckendes Angebot machen, das den Religionsunterricht nicht abschaffen, aber sinnvoll ergänzen soll. Eine gute Sache. Bis 2025 ist aber auch noch eine lange Zeit. Zu lange.

Niedersachsen wird regiert von einer großen Koalition. Aus SPD und CDU. Was ist mir in Erinnerung geblieben von dieser Regierung? Ja, die beitragsfreie Kita. Leider gibt es zu wenig Plätze für alle Kindern. Aber die Absicht zählt. Und dann noch das Polizeigesetz. Verschärft natürlich. Eine andere Sache ist seit Jahre ungelöst. Die Verunreinigung des Grundwassers. Tendenz steigend. Der Grund: Die intensive Viehhaltung. Nein, eigentlich nicht die Viehhaltung, sondern der Umgang mit der Kuhscheiße.

Greta Thunberg wird stark angefeindet und verleumdet. Dies ist das Thunberg-Syndrom, eine moderne Krankheit. Greift aber nicht um sich. War schon immer da: Aggressives und erniedrigendes Verhalten eigentlich vernünftiger Erwachsener gegenüber Kindern und Jugendlichen. Mit gleichzeitiger Abschiebung von Verantwortung von sich auf andere. Oftmals in Verbindung mit den eigenen Unzulänglichkeiten und Versäumnissen im sozialen Umfeld.

Zwei Drittel der Unternehmen in den USA nutzen Twitter zu Marketingzwecken. Jeden Tag werden 500 Millionen Tweets veröffentlicht. Das ist eine Masse an Tweets – und deswegen bin ich immer noch etwas fremd mit Twitter. Was da so los ist, kriege ich manchmal ausschnittweise über andere Online-Quellen mit: Spiegel und Tagesspiegel haben mir in dieser Woche eine große Freude bereitet: Denn diese beiden Online-Portale haben als einzige einen wunderbaren Tweet von Chelsea Clinton kommentiert.

Die CDU/CSU-SPD-Koalition will den Solidaritätszuschlag weitgehend abschaffen. Es schmerzt mich zusehends, wie gerade auch Politiker der SPD dies als Entlastung der niedrigen und mittleren Einkommen ansehen. Das eigentlich Schlimme daran ist, dass sie es wirklich glauben. Die Schreihälse der Reichen und Unternehmen kritisieren, dass der „Soli“ nicht komplett abgeschafft wird: Die Reichen mit einer Million Jahreseinkommen sollen doch auch 24.000 Euro sparen. Wozu eigentlich?

Letzte Woche hatte ich über Felix Thönnessen geschrieben. Und diese Woche habe ich seit langem mal wieder das „normale“ Fernsehen geguckt. Und bin hängengeblieben bei „Zahltag“ auf RTL. Mit offenem Mund saß ich vor dem Fernseher, weil dort besagter Felix T. neben Cindy aus Marzahn und Heinz Buschkowsky aus Berlin saßen. Heinz B. aus Berlin gibt seit Jahren den Klartext-Redner im neoliberalen Mainstream und sagt immer allen, dass sie sich mal bewegen sollen ...

An Felix Thönnessen ist mir allerdings vor allem seine Frisur aufgefallen und einige Zahlen. Wie schon geschrieben: Er ist 39 Jahre alt. Er hat laut eigener Darstellung über 1.253 Gründungen begleitet. Auch wenn ich an Mathematik in der Schule nie so richtig Freude gewinnen konnte – ein gutes Gefühl für Zahlen hatte ich immer schon. Also habe ich mal schnell nachgerechnet: Wenn ich 1.253 Gründungen begleite, und das seriös mache, investiere in ca. 100 Zeitstunden = 14,3 Jahre.

Wer sich heute konsequent für Frieden und Entspannung einsetzen will wird erkennen müssen, dass dafür eigener Einsatz erforderlich ist. Die Delegation von Friedenshoffnungen auf Berufspolitiker und Berufssoldaten wird weiterhin nicht ausreichend sein. Zivilgesellschaftliche Initiativen sind also gefragt – und langer Atem. Und womöglich die Orientierung an dem hoffnungsfrohen und zugleich immer unsicherer werdenden Leitspruch: Nie wieder Faschismus. Helmuth Riewe, 01.09.2019.

Nur diejenigen, die sich mit großer Leidensfähigkeit mit dem Innenleben der SPD beschäftigen mögen, denen wird immer deutlicher: Es sind Karrierenetzwerke, die die Strippen ziehen. Diese Netzwerke sind nicht links, zentristisch oder rechts – wie früher Willy Brandt, Herbert Wehner oder Helmut Schmidt. Diese Netzwerke dienen nur der eigenen Karriere und sind politisch beliebig – gesagt wird das, von dem man glaubt, dass es Stimmen bringt.

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