43/2019: Businessplan Zero-Waste

Der Businessplan für Zero-Waste

Dieser Businessplan sollte überall geschrieben werden!!

Businessplan "Zwero-Waste" - den brauchst Du überall!

Wie ist es bei Dir im Alltag? Bei mir ist es gefühlt so, dass es immer mehr Plastikverpackungen zu geben scheint, und nicht weniger. Immer, wenn ich so ein Gefühl habe, dann versuche ich, Fakten zu finden. Die gefundenen Fakten sind leider erschütternd: Weltweit sind von ganzen seit den fünfziger Jahren hergestellten Plastikmülls erst ca. 10 Prozent recycelt worden. Und die Pläne der Konzerne sind erchreckend: Allein in den USA plant die Plastikindustrie, ihre Produktion in den nächsten Jahren noch um 30 Prozent zu steigern. Tatsächlich werden 99 Prozent des Plastiks aus fossilen Brennstoffen wie Kohle, Öl und Gas hergestellt. Die klimaschädlichen Emissionen entlang des gesamten Lebenszyklus von Plastik sind enorm. Klar ist: Die großen Konzerne brauchen die Plastikverpackungen, um lange Transportwege kostengünstiger zu gestalten. Also auf Kosten der Umwelt mehr Profit zu machen: Den ersten Platz belegt dabei in 2019 wie schon im Jahr zuvor Coca-Cola. Auf den US-Konzern entfiel bei einen Sammlung von Müll mehr Müll als auf die drei darauffolgenden Firmen zusammengenommen. Das sind Nestlé, Pepsi und Mondelez.  Bei denen nicht zu kaufen, löst aber das Problem nicht. Die Frage ist, was kannst Du tun? Natürlich versuchen, weniger Plastik zu kaufen. Aber letztendlich geht es um die großen Konzerne, und die kommunalen Strategien, um sich gegen die Plastikvermüllung zu wehren.  Angesichts der Debatte darum, ob das Verbot von Plastiktüten wirklich etwas bringt oder irgendwie auch egal ist, weil Plakstiktüten nur einen sehr sehr sehr geringen Anteil am Kunststoffverpackungsmüll haben – das wissen alle, die einkaufen gehen. 

Es geht also um Strategien, die weiterdenken als bis zu nächsten vermiedenen Plastiktüte. Und diese gibt es sogar. Es sind Kommunen, die eine sog. Zero-Waste-Strategie entwickeln – so wie Capannori, wo im Jahre 2007 die Gemeinde im Norden der Toskana das Ziel ausgab, von 2020 an keinen Müll mehr zu erzeugen. Dafür erarbeitete sie einen umfassenden Plan. Die Verwertung von Müll sollte durch getrennte Sammelsysteme maximiert werden. Wirtschaftliche Anreize sollen helfen, den Müll an der Quelle zu reduzieren. Zudem versuchte die Gemeinde, mit verschiedenen Initiativen den Restmüll zu reduzieren. So haben Geschäfte eröffnet, die Produkte aus der Region ohne Verpackung verkaufen. Es gibt öffentliche Trinkbrunnen, die es überflüssig machen, Wasser in Plastikflaschen zu kaufen. In einer Wiederverwertungsstation können Bürgerinnen und Bürger Kleidung, Schuhe oder Spielzeug abgeben. Dort werden sie repariert und an Menschen mit geringem Einkommen weiterverkauft. Und die Stadt bezuschusst waschbare Windeln. Darüber hinaus veranstaltet sie Zero-Waste-Wettbewerbe, um den Einwohnerinnen und Einwohnern zu helfen, solche Initiativen anzunehmen und umzusetzen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Seitdem hat sich der Restmüll pro Einwohner und Jahr von 700 auf 411 kg reduziert, die Recyclingquote ist von 39% auf 79% angestiegen (Deutschland: 66%). Eine tolle Bilanz, aber ihre Bewohner sehen sich noch nicht am Ziel: Bis 2020 soll die Recyclingquote bei stolzen 95% liegen. Wann startest Du Deine Zero-Waste-Kampagne in Deiner Stadt?

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