12/2019: Einstein lesen.

G=T. Schon mal gelesen oder gehört?

Einstein.

Einstein lesen. Das bring dir was!

Lesen ist ja der Plan für das Jahr 2019. Einiges habe ich noch vor mir, anderes ist kurz vor dem Abschluss. So meine Lektüre zu Albert Einstein.

Da ist mir die Formel G=T vor die Augen gekommen. Ich kannte diese bisher nicht. Kann sein, dass ich in Physik nicht immer aufgepasst habe – aber mit Einstein haben wir uns während der Schulzeit leider nicht ausgiebig beschäftigt. Sonst hätte ich auf die Frage meiner Tochter vor ein paar Jahren nicht so wenige Antworten gehabt. Also ging es darum, über ihn zu lesen. Richtig gute Biografien gibt es irgendwie nicht. Aber eine, die für mich geeignet war, mir den Menschen Einstein und seine wissenschaftlichen Erkenntnisse sehr nahe zu bringen. Am beeindruckendsten ist für mich dabei, dass die Lösungen, die Einstein entwickelte, reine Gedanken- und Denk- und Rechenarbeit war. Das war mir nicht so bewusst. Ein Buch habe ich dann doch gefunden. Der Autor ist David Bodanis, er in seinem Buch über Einsteins größten Fehler schreibt: Die Theorie von 1915 war bereits eine knifflige mathematische Arbeit, der die Anschaulichkeit weitgehend fehlte. Deshalb ist es nicht ganz leicht, in Alltagsbegriffen wiederzugeben, was die Theorie leistet. Buchautor David Bodanis beschreibt es so: Die Theorie beschreibt eine Beziehung zwischen der Geometrie G (oder der Struktur) des Raumes (der Raumzeit) und den Dingen T (der Materie, eigentlich Masse und Energie), die sich darin bewegen. Die Geometrie lenkt die Dinge, sie können sich nur so bewegen, wie es die Geometrie erlaubt; andererseits bestimmen (verzerren) die Dinge den Raum ihrer Umgebung, sie bestimmten die Geometrie. In völlig vereinfachter Form kann man das «G = T» oder «T = G» schreiben. Nach einer Pause spielte Einstein 1917 selbst mit seinen Formeln (hinter der einfachen Form stehen 16 Gleichungen, von denen zehn relevant sind – das Rechnen damit ist ziemlich schwierig) herum, kam beim Rechnen aber auf eine beunruhigende Erkenntnis: Seine Formel erlaubte ein Universum, das sich zusammenzog oder ausdehnte. Alle Astronomen-Koryphäen versicherten ihm aber, das sei keineswegs der Fall. Das Universum sei statisch. Einstein glaubte ihnen und «flickte» seine Formel, indem er auf der linken Seite eine Konstante einbaute, welche verhinderte, dass unerwünschte Ergebnisse zustande kommen. Er nannte sie die «kosmologische Konstante» und bezeichnete sie mit dem griechischen Buchstaben Lambda. Seine Formel sah dann so aus: G - Λ = T. Das gefiel Einstein überhaupt nicht. Es verletzte seine grundlegendsten Prinzipien. Für ihn mussten mathematische Formeln auch ästhetischen Anforderungen genügen. Lambda war ein Murks.“ Diesen Murks beseitigte Einstein erst viele Jahre später wieder. 

Das Zitat stammt aus dem Buch: Einsteins Irrtum. Das Drama eines Jahrhundertgenies: DVA München 2017. 335 S.

War Einstein ein guter Schüler?

Früher dachte ich immer, wenn Du einmal Kinder hast, dann hast Du auf jeden Fall immer auch sehr viel Spaß. Denn Kinder lachen gerne, machen gerne Quatsch, essen gerne Pommes, gehen gern auf den Jahrmarkt, ins Kino … Das stimmt alles. Was ich nicht wusste, ist, dass Kinder dafür sorgen, dass Dein Allgemeinwissen täglich steigen muss. Heute musste ich liefern – meine Tochter hat schon seit 2 Tagen gefragt: War Einstein ein guter Schüler? War Einstein ein braver Schüler? Warum ist Einstein so berühmt geworden? Also musste ich selbst erst mal recherchieren, um die Antworten zu bekommen und weiterzugeben. Da die erste Frage meistens falsch beantwortet wird: Ja, Einstein war ein guter Schüler. Der erste Biograph hatte leider das schweizerische Notensystem falsch verstanden – da ist eine „6“ eine „1“ – so entstehen Gerüchte. (Ich reiche später noch mal nach, wer das war.) Interessant über ihn und von ihm zu lesen: „Das Gewinnmotiv ist in Verbindung mit der Konkurrenz zwischen den Kapitalisten für Instabilität in der Akkumulation und Verwendung des Kapitals verantwortlich und dies bedeutet zunehmende Depressionen. Unbegrenzte Konkurrenz führt zu einer riesigen Verschwendung von Arbeit und zu dieser Lähmung des sozialen Bewußtseins von Individuen, die ich zuvor erwähnt habe. Diese Lähmung der Einzelnen halte ich für das größte Übel des Kapitalismus. Unser ganzes Bildungssystem leidet darunter. Dem Studenten wird ein übertriebenes Konkurrenzstreben eingetrichtert und er wird dazu ausgebildet, raffgierigen Erfolg als Vorbereitung für seine zukünftige Karriere anzusehen. Ich bin davon überzeugt, daß es nur einen Weg gibt, dieses Übel loszuwerden, nämlich den, ein sozialistisches Wirtschaftssystem zu etablieren, begleitet von einem Bildungssystem, das sich an sozialen Zielsetzungen orientiert.“ Ich kann ihm nur zustimmen.  Ansonsten: Ein Tag mit Routine (Berichte schreiben), Akquise (Telefonate) und einem späten Termin, wo ich einem Gründer bei der Entscheidung helfen muss, einen Schritt zu wagen – oder doch lieber den Traum zu begraben, den er seit Jahren hat.

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