34/2017: Es geht um mehr als die Eier

Es geht um mehr als die Eier.

In dieser Woche haben wir mal wieder alle gezeigt, dass uns die Umwelt nur dann interessiert, wenn es uns an die Eier geht. Denn: Die Dosis Fipronil, die wir zu uns nehmen müssen, damit wir gesundheitliche Schäden davon tragen – so viele Eier essen wir im Durchschnitt gar nicht. „Was ist eigentlich Fipronil?“, habe ich mich gefragt. Die gefundenen Antworten machen mir große Sorgen. „Fipronil ist eine der zahllosen Substanzen, die in den Laboren der chemischen Industrie im Laufe der Jahrzehnte entwickelt wurden, um Schädlingen den Garaus zu machen. Jetzt hat man es in Hühnereiern gefunden, was vermutlich daran liegt, dass ein belgischer Händler das Zeug verbotenerweise einem Mittel zur Bekämpfung von Geflügelparasiten beigemischt hat.“ Fipronil ist ein Insektizid, welches im Verdacht steht, für den Tod von Tausenden von Bienenvölkern mit verantwortlich zu sein. Genauso wie die sog. Neonikotinoiden. "Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit macht Fipronil zum Teil für das zunehmende Bienensterben in Europa verantwortlich und schränkte die Nutzung des Pestizids deshalb im Sommer 2013 deutlich ein. Seitdem darf das Mittel nicht mehr für Behandlung von Mais- und Sonnenblumensaatgut verwendet werden. Lediglich der Einsatz bei Pflanzen, die vollständig in Gewächshäusern wachsen, bleibt weiterhin erlaubt." In dem oben schon zitierten Spiegel-Online-Artikel von Christian Stöcker – gerade mal einer meiner Lieblingsautoren - heisst es zum Abschluss: „Es sieht aus, als spiele die Monokulturlandwirtschaft mit all ihren giftigen Helferlein eine zentrale Rolle für das Bienensterben in der westlichen Welt, insbesondere den USA. In Douglas Couplands eingangs zitiertem Roman "Generation A" kann man nachlesen, wie eine Welt ohne Bienen in etwa aussehen würde: kaum noch Blumen, Äpfel und Honig als Luxusgüter, kollabierte Ökosysteme, Fettsucht fördernder Maissirup als Grundnahrungsmittel - Mais wird nämlich durch den Wind bestäubt. Mit den Bienen verhält es sich ähnlich wie die mit dem Klimawandel - das Ganze geht so langsam, dass wir uns schlecht darauf konzentrieren können. Mit den Eiern in unserem Kühlschrank ist das offenbar einfacher.“

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