42/2017: Giftfrei in die Zukunft?


Giftfrei in die Zukunft?

In dieser Woche stand es überall zu lesen: Umweltverschmutzung trägt weltweit zu jedem sechsten Todesfall bei. Eine internationale Studie ergibt, dass Belastungen von Luft, Wasser und Böden im Jahr 2015 etwa neun Millionen vorzeitige Todesfälle verursacht haben.Todesursachen sind vor allem Herzerkrankungen, Schlaganfälle und Lungenleiden. In Deutschland gehen die Forscher davon aus, dass eine belastete Umgebung zum Tod von mehr als 62 000 Menschen beitrug - etwa 6,6 Prozent aller hiesigen Todesfälle, wie das Forscherteam im Fachblatt „The Lancet“ schreibt. Die Arbeit soll der Politik helfen, die richtigen Schlüsse zu ziehen, um die Situation abzumildern. Bei solchen Sätzen muss ich immer lachen. Ein Beispiel: In diesen Tagen wird darüber entschieden, ob das Monsanto das Gift Glyphosat weiter verkaufen darf oder nicht. Ihr erinnert euch: Glyphosat soll krebserregend sein. Dabei hat die derzeitige Stellungnahme des Bundesamt für Risikobewertung über den Antrag von Monsanto auf weitere Zulassung jetzt den Status eines Plagiats erreicht – so wird es vielfältig zitiert – ich nehme mal das Zitat aus einem sehr systemkritischen Blatt – dem Deutschen Ärzteblatt: „Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat nach Einschätzung eines Plagiatsprüfers für seinen Glyphosat-Bericht wesentliche Angaben von Herstellern des umstrittenen Unkrautgifts wörtlich übernommen. Es sei „offensichtlich, dass das BfR keine eigenständige Bewertung der zitierten Studien vorgenommen hat“, erklärte Stefan Weber heute bei der Vorstellung eines von ihm erstellten Sachverständigen­gutachtens in Berlin. Über „zahlreiche Seiten hinweg“ seien Textpassagen „praktisch wörtlich übernommen“ worden. Der Bewertungsbericht des BfR und damit die wissenschaftliche Grundlage für die von der EU-Kommission vorgeschlagene Zulassungsverlängerung von Glyphosat für weitere zehn Jahre erfülle in wesentlichen Teilen die „Kriterien eines Textplagiats“, erklärte Weber. Das systematische Unterlassen von Quellenangaben und das gezielte Entfernen von Hinweisen auf die tatsächlichen Verfasser lasse sich „nur als bewusste Verschleierung ihrer Herkunft deuten“. Meine Laune ist entsprechend schlecht, wenn ich dann noch höre, dass in den Verhandlungen zur Jamaika-Koalition davon wohl noch keine Rede ist – Frau Merkel könnte ihren Einfluss aber geltendmachen, um das Verbot endlich durchzusetzen. Wenn du was tun willst, dann zeichne die Petition von campact! Mein Musiktipp zur Lage: „Aufsteh’n von bots: "Es gibt so viele, die wie Du auf bessere Zeiten warten, wo keiner sich mehr Angst um morgen macht, aber unser Morgenrot kommt nicht nach einer durchgeschlafenen Nacht."

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