Der 3. Freund, den Du nicht brauchst.


Ist der, der auch ohne Businessplan gegründet hat.


Ganz oft begegnet mir in der Beratungspraxis die Frage nach dem Businessplan. An der Art und Weise, wie die Frage gestellt wird, erkenne ich meistens schon den Versuch, die Antwort zu erhalten: „Eigentlich braucht man doch nur einen Businessplan, wenn man Geld von der Bank will, oder?“ Wenn ich dann antworte: „Jede Gründung braucht einen Businessplan,“ ist das Entsetzen groß. Manchmal wird dann auch auf Freund verwiesen, die auch gegründet haben, ohne einen Businessplan zu schreiben.

 

Schauen wir uns einmal Zahlen an: Im Jahr 2012 wurde laut KfW/ZEW-Gründungspanel für 66 % der gut 144.000 Gründungen neuer wirtschaftsaktiver Unternehmen ein Business-Plan angefertigt. Wichtige Fragen, die in einem Business-Plan geklärt werden, sind beispielsweise

 

  •  Welche Zielgruppe(n) will ich ansprechen?
  •  Warum sollen Kunden gerade bei mir kaufen? 
  • Schaffe ich das alleine?
  •  Wie hoch sind meine Kosten?

 

Die meisten Gründer und Gründerinnen schrecken nicht davor zurück, diese Fragen zu beantworten. Warum schreiben dann so wenige ihren Businessplan? Genau: Sie fürchten sich davor, alles genau ausformulieren zu müssen. Das ist verständlich, kann aber sehr negative Folgen haben.

 

Ein Business Plan ist der „Fahrplan in die Selbstständigkeit“, die ausgearbeitete und ausformulierte  Zusammenfassung der Geschäftsidee. Im Businessplan wird beschrieben, wie die Geschäftsidee funktionieren soll, an wen sich die Geschäftsidee richtet. Aber auch: Wo die Chancen und Risiken liegen und ob sich die Umsetzung der Geschäftsidee überhaupt lohnt. Chancen und Risiken genau zu betrachten ist das eine. Sich der Aufgabe zu stellen, genau auszurechnen, ob sich die Geschäftsidee auch lohnt, ist das andere. So eine Berechnung kann eben auch das Ergebnis haben, zu sagen: Finger weg davon. Das geht schief …

 

Der Businessplan ist somit eine Art Machbarkeits- und Wirtschaftlichkeitsstudie der Geschäftsidee. Die Machbarkeit und die Wirtschaftlichkeit zu berechnen ist nur für den Gründer und die Gründerin wichtig: Machbarkeit heißt: Ist die Idee umsetzbar? Wirtschaftlichkeit heißt: Lohnt es sich?

 

Erst, wenn die prinzipielle Machbarkeit und prinzipielle Wirtschaftlichkeit feststeht, kann damit begonnen werden, zu überlegen, ob für die Geschäftsidee ein Businessplan gebraucht wird, der aus einem Textteil und einem Finanzteil besteht und gut ausformuliert ist.

 

Für sich selbst einen Businessplan zu schreiben, bedeutet, einen fixierten „roten Faden“ zu haben, und auch im Detail gerechnet zu haben.

 

Wenn der Businessplan nach außen wirken soll, dann sind vielleicht folgende Zielgruppen zu bedenken:

 

Potenzielle Investoren und/oder Förderinstitute, Banken, private Eigenkapital- und/oder Darlehensgeber – alle wollen einen sog. „bankentauglichen“ Businessplan.

 

Aber als Informationsquelle ist der Businessplan auch für mögliche Partner ein wichtiges Dokument. Wenn sich jemand aus der Arbeitslosigkeit heraus selbstständig machen möchte, so verlangt die zuständige Arbeitsagentur einen Businessplan für die Beantragung des Gründungszuschusses. Wenn Fremdkapital benötigt wird, ist klar: Alle Banken und Investoren wollen einen Businessplan. Vor allem auf den Finanzplan ist dann zu achten! Aber auch, wenn Mittel von Förder- und Bürgschaftsbanken benötigt werden.

 

Ebenso ist es denkbar, dass im laufenden Geschäftsbetrieb ausgewählte Geschäftspartner (z.B. Lieferanten, die z.B. eine längere Zahlungsfrist einräumen sollen) eine Kurzform des Geschäftsplan sehen möchten.

 

Fazit:

 

Ohne Businessplan kein Plan – und Planungsmängel sind eben auch Hauptgrund für ein Scheitern innerhalb der ersten 3 Jahre.

 




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