22/2019: Grundsanierung ist manchmal wichtig.

Grundsanierung ist manchmal wichtig - im kleinen wie im großen

#Grundsanierung #Kalkfarbe #AndreaNahles

Bild vom U-Boot-Bunker Valentin in Bremen-Farge

Erkenntnisse, die Menschen einmal gewonnen haben, können zwar verdrängt werden, damit man sie nicht umsetzen muss. Aber daran bin ich nicht so gut. In dieser Woche war es dann die Erkenntnis, dass das Raumklima in einem Haus auch damit zu tun hat, welche Farbe und welche Materialien an die Wand kommen - gerade in einem Badezimmer kommt es sonst zu Schimmel.

Motiviert wurde ich zu dieser Grundsanierung durch ein Coaching einer Existenzgründerin: Die Architektin Anja Höller-Steimle aus Bremen will sich mit dem Prinzip Einfach anders planen durchsetzen, damit die Sanierung von Häusern und Wohnungen nicht immer mit der billigen Obi-Farbe gemacht werden soll.

Das ganze war beherrschend für die Woche, obwohl das eigentliche Thema die Frage war, ob Andrea Nahles als Partei- und Fraktionsvorsitzende der SPD die Woche politisch überleben würde. Ich habe im November bei meinem Friseur gehört, dass die Landesverbände Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen nach der Europa-Wahl die Ablösung von Andrea Nahles betreiben würden ... da alle davon ausgehen würden, dass die Wahlen krachend verloren gehen werden. Am Sonntag ist Andrea Nahles zurückgetreten. Diese Information sorgt dann dafür, dass die einzelnen Betroffenheitsbeiträge zu diesem Rücktritt besser von mir eingeordnet werden können.

Die SPD braucht sowieso - und jetzt besonders - eine Grundsanierung, die ist aber komlexer als die Sanierung eines alten Hauses - aber trotzdem müssen auch hier einige Schritte und die Abfolge eingehalten werden: Erst muss die Erkenntnis kommen, dass es besser wird, wenn es nicht so bleibt wie es ist, dann muss die Umsetzung gemacht werden - auch wenn es total schwere Arbeit wird.

Denn damit ich die Sanierung machen konnte, musste ich erstmal die Tapete, die noch eine fürchterliche isolierende Farbauftrag hatte, entfernen. Das gelang mir mit dem Wagner Dampftapetenablöser und einem strapazierfähigen Spachtel mit dem schönen Namen "Silverline". Und dann wird eine neue Farbe aufgetragen: Erst eine Grundierung mit  AURO Haftgrund, fein Nr. 505 und dann ein Schlussanstrich mit AURO Profi-Kalkfarbe Nr. 344.

So wird es dann Zimmer für Zimmer und Raum für Raum weitergehen ...

Anja Höller - Steimle sieht das so: "In der Gesellschaft findet derzeit ein Umdenken statt. Nach jahrzehntelanger Fokussierung des Bauens auf Masse, Wirtschaftlchkeit und einfache Verarbeitbarkeit sind nun globale Trends wie Gesundheit und Nachhaltigkeit auch in den Baubereich vorgedrungen. (...)  Dies war viele Jahrzehnte anders. Was nur wenige wissen: Schon lange beschäftigen sich Menschen mit dem Thema Biologisches Bauen. Wie bei allen Bewegungen gab es auch in der Baubiologie einen triftigen Grund für die Entstehung.   Mit den Jahren konnten wissenschaftliche Untersuchungen in vielen Fachgebieten der Baubiologie Erkenntnisse liefern, die zahlreiche Bedenken der Baubiologen bestätigten. Dadurch gewann die Baubiologie in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung und ist heute eine weltweit anerkannte Wissenschaft.

Teilweise dauerte es Jahrzehnte, von den ersten Symptomen beim Menschen bis zum wissenschaftlichen Nachweis und Verbot des Produkts. Bei Asbest waren es 70 Jahre.

Um so wichtiger ist es mit einem gesunden Menschenverstand an dieses Thema heranzutreten. Oft führt eine Wirkung über Jahrzehnte zur Symptombildung und Erkrankung. Daher ist es schwierig einen Ursachen - Erkrankungs Zusammenhang herzustellen.

Zu den bekanntesten Schadstoffen, die v.a. in den 60er und 70er Jahren eingebaut wurden gehören Asbest, Holzschutzmittel wie Lindan und PCP, PVC, Weichmacher, Formaldehyd. Mittlerweile sind einige dieser Materialien offiziell als gesundheitsgefährdend eingestuft worden. Sie wurden vom Markt genommen.

Doch die Industrie ist einfallsreich und immer noch in erster Linie auf Ihren wirtschaftlichen Vorteil bedacht. Um eine Umsatzsteigerung zu erreichen, werden Produkte. Im Focus der Entwickler steht der Verarbeiter dieser Produkte - nicht die Hausbewohner.

Neue Produkte werden entwickelt und verkauft, oft "verstecken" sich altbekannte Schadstoffe hinter einem neuen Namen, Die Achtsamkeit der Verbraucher ist an dieser Stelle gefordert. Wustest Du, dass in den meisten Venylböden PVC und im Trägermaterial Formaldehyd enthalten ist?

Selten geben Hersteller eine Volldeklaration Ihrer Produkte heraus, so dass eine detaillierte Prüfung der Inhaltsstoffe für den Endverbrauchen oft schwierig ist. Selbst bei Vorliegen einer Volldeklaration ist die Wahl eines geeigneten Produktes schwierig.

Ca. 20.000 verschiedene Produkte und Materialien werden in der Bauindustrie verwendet. Für weniger als 1% der hierin verwendeten Chemikalien wurde eine Risikobewertung durchgeführt! Eine erschreckende Zahl!

Anstatt in der Wüste jedes Sandkorn einzeln umzudrehen ist es wohl praktikabler von einer "unbedenklichen Baustoffliste" auszugehen.

Die Farben die ich jetzt benutze, sind unbenklich und gut zu verarbeiten. Im Badezimmer in unserem Haus benutze ich weiße Farbe. Bei der SPD würde ich viel rot und viel grün bevorzugen - aber nicht mischen: Das ergäbe braun.

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