32/2019: Ja, unsre Nato verschießt Uran

Ja, unsre Nato verschießt Uran

Es geht auch ohne den SPIEGEL.
Es geht auch ohne den SPIEGEL.

Du kennst das sicher auch – da hört und liest man etwas, eilig, nimmt den Kern der Nachricht wahr und denkt dann: Da muss ich mal genauer nachfassen. Da gibt es doch sicherlich noch mehr Informationen zu.

Ausgangspunkt meiner Frage war ein Song der Gruppe „Die Bandbreite“ – ein Tipp von einem Freund aus längst vergangenen Tagen, mit dem ich auf Facebook des öfteren verbale Scharmützel über aktuelle politische Fragen zu Staat und Demokratie austrage. Im Song „Was ist los in diesem Land?“ wird thematisiert, dass eine bestimmte Sorte Munition in den Kriegen der letzten 20 Jahre auf Soldaten und Zivilbevölkerung brutale und langfristige Folgen hatten und haben. Es geht um Munition, die mit Uran angereichert ist. Gewusst hatte ich das schon seit dem ersten Irak-Krieg – aber so vieles liest und hört man – und vergisst es dann wieder. Dann hörte ich in diesem Song aus dem Jahre 2010 wieder einen Hinweis. Seitdem beschäftigt mich diese Angelegenheit – und die Suche nach mehr Informationen dazu war nicht einfach, aber auch nicht sehr schwierig. Geschosse mit abgereichertem Uran, ein Abfallprodukt bei der Herstellung von Kernbrennstäben für Atomkraftwerke, werden von den USA und Großbritannien seit dem zweiten Golfkrieg 1991 eingesetzt. »Inzwischen erleben Serbien und Kosovo eine ständig steigende Krebsrate, hervorgerufen durch die verwendete Munition. Ein Testgebiet für neue Waffen, das war der Krieg 1999 auch. Niemand fühlt sich zuständig, niemand will die Verantwortung übernehmen.“ Was ist das Besondere an dieser Munition? Die Militärs finden die Munition gut, weil sie eine sehr hohe Durchschlagskraft hat. Das hohe spezifische Gewicht und seine Feuer erzeugende Wirkung – bei der Explosion von Uranmunition entstehen Temperaturen von mehr als 3.000 Grad – sorgen dafür, dass sie selbst dicke Stahlplatten und Stahlbeton wie Butter durchschneidet. Die Hersteller, also die Rüstungsindustrie schätzt die Munition geschätzt wegen des preisgünstigen Materials. In einem Artikel der jW konnte ich dazu im Sommer lesen: „Getroffene Ziele brennen aus, derweil sich das hochtoxische Material in feinen Uranstaub verwandelt und über Luft und Wasser verbreitet. Aufgenommen durch Menschen »entfaltet das Uran seine krankmachende und tödliche Wirkung« (…) und »gelangt mit dem Blut in alle Organe«, beschreibt eine Broschüre der »Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung e. V.« (IPPNW) die nukleare Kette.“ Die Folge: Krebs in den Regionen, in denen die Munition eingesetzt wird. Krebs bei den Menschen, die den Uranstaub einatmen, Krebs bei deren Kinder, tausende Missbildungen. Wer sich noch mehr informieren will, das geht hier.

 

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