Der 2. Freund, den Du nicht brauchst, ist der,


... der Dir rät, schnell zu starten, auch ohne Marktanalyse.


Betrachte Deinen Markt und Deine Branche - genau!

Schritt 2: Markt- und Branchenanalyse
Existenzgründung planen. Markt- und Branche analysieren.

„Ich will einfach schnell starten, die ersten Kunden warten schon“ – so höre ich es oft in Beratungsgesprächen. Oder: „Die Miete für den Laden ist echt günstig – aber ich muss jetzt schnell sein, damit ich endlich anfangen kann. So eine Chance bietet sich nicht wieder.“ Der Freund, der hier eine Rolle spielt, ist fast der gleiche, der auch die Idee an und für sich schon gut fand. Du brauchst natürlich solche Freunde, die Dir den Rücken stärken, aber auch Freunde, die kritisch nachfragen, ob schnelle Entscheidungen richtig sind. Freunde, die dazu raten, jetzt zu starten, handeln meistens im guten Glauben – aber sie kennen ja auch die gesamte Branchensituation nicht und können nur aus dem Gefühl heraus argumentieren – nicht auf einer grundlegenden Faktenbasis: „Lass Dir diese Chance jetzt nicht entgehen“, ist dann der wohlgemeinte Rat, den GründerInnen dann auch immer wieder allzu gerne hören. Die Chance zu nutzen, ist gut.

Die Chance?

GründerInnen machen oft den Fehler, zu glauben, dass eine gute und gründliche Vorbereitung nicht mehr notwendig ist, wenn sie ein Problem gelöst haben. Der Laden mit der vielleicht sogar guten Lage bei vernünftiger Miete, die drei Kunden, die mit einem Auftrag winken, und dann meistens noch ein Freund, der sagt: „Das geht schon. So habe andere auch angefangen, ich helfe dann auch, so gut es geht, bei allen anderen Sachen, die noch nicht geregelt sind. Das kriegen wir dann schon hin.“ Zugegeben: Es kann gut gehen. Meistens geht es aber schief.

Mit einer großen Dynamik zu starten, ist natürlich gut. Aber geplant sollte diese schon sein. Nach Angaben aus Studien waren GründerInnen viel zu oft nicht fähig, ihr eigenes Produkt gut zu umschreiben. Denn der Verkauf der eigenen Idee ist entscheidend – um Kunden, Partner oder Journalisten zu überzeugen. Eine gute Idee zu haben, ist eben nicht alles. „Wer sein Produkt nicht mit einem Satz definieren kann, sollte es eigentlich schon hinterfragen“ – das ist die Vorgabe von Experten.Und das kostet zwar kein Geld, aber Zeit, die GründerInnen sich nehmen müssen, um sich mit folgenden Bereichen zu befassen.

Markt

Betrachte den geplanten Absatz- und den Beschaffungsmarkt:Marktgröße, Umsatzentwicklung in den letzten Jahren, Entwicklungspotenziale.

  • Gibt es branchenübliche Preise?
  • Gibt es Barrieren die den Markt beeinflussen wie Verordnungen, Gesetze, etc.?
  • Was musst Du über die Beschaffungskosten und deren Entwicklung für benötigte Waren oder Materialien wissen?
  • Wie sind die Konditionen von Lieferanten?

Standort

  • Wo willst Du Dein Unternehmen gründen und warum genau an diesem Standort?
  • Wie sind die Kosten für Energie, Wasser, Steuern?
  • Gibt es Expansionsmöglichkeiten, wie ist das Parkplatzangebot, wie die Verkehrsanbindung, die Erreichbarkeit für Kunden und Lieferanten?
  • Wie ist die Arbeitslosenquote, die regionale Kaufkraft, die Einwohnerzahl, das durchschnittliche Einkommen?
  • Wie ist die Verfügbarkeit von Fachkräften?

 

Wettbewerb

Betrachte Deine Mitbewerber, die in Deinem geplanten Markt agieren und beachte die folgenden Punkte bei Deinem Überblick: Produkte, Preise, Zielgruppen, Standort, Absatz, Umsatz. Frage Dich, welche Marktanteile und welche Kundengruppen Deine Konkurrenten haben.

  • Wie erreichen Deine Konkurrenten die Kunden?
  • Welche Stärken und Schwächen haben Deine Konkurrenten?
  • Können die Unterschiede in einer Tabelle aufgelistet werden, damit Du Dir sicher sein kannst, mit Deinem Angebot richtig zu liegen?

 

Bei mir gilt dabei als Leitlinie

Wenn ich als Berater, der schon viele Vorhaben aus fast jeder Branche in der Gründung begleitet hat, genau das gleiche Wissen über das Gründungsvorhaben hinsichtlich der Branche habe wie Du, dann hast Du als Gründer oder Gründerin zu wenig Wissen darüber.

Wo aber findest Du die entsprechenden Informationen über die Branche?

Die VR-Branchenbriefe sind empfehlenswert: 150 Branchenbriefe bietet der Rheinisch-Westfälischer Genossenschaftsverband an. Hier findest Du detaillierte Informationen von A wie Änderungsschneiderei bis Z wie Zweiradhandel. Diese Studien enthalten Angaben zur jeweiligen Marktstruktur, den Besonderheiten der Betriebe, Finanzkennzahlen der Branche und Ansprechpartner. Das Tolle an diesen Branchenbriefen – sie sind kostenlos und enthalten viele Adressen von weiteren Verbänden und Hinweise auf weitere Informationsquellen.Bei den Branchenverbänden können GründerInnen auch suchen, aber finden hier meist nicht die Informationen, die sie gerne hätten. Bei zwei Banken – Deutsche Bank und Sparkasse – gibt es Branchenanalysen – allerdings müssen sie bezahlt werden – wobei sich die Kosten in Grenzen halten. Bei der Datenbank Genios können GründerInnen einzelne Artikel und Studien zu Branchen suchen und herunterladen – auch hier kostet die Information immer etwas – und manchmal ist es seinen Preis nicht wert.

Fazit:

Ohne Kenntnis der Branche kommt es zu Fehlentscheidungen. Branchenanalyse, Marktanalyse und Wettbewerbs-Check ist notwendig. Detailarbeit, die nervt, ich weiß. Aber ohne geht es nicht. Zum Glück gibt es dafür auch gute Hilfsmittel – und mich als den LösungsFinder auch noch.

 


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