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Mehr Likes für Nachdenklichkeit


16. November 2018 - Neustart!


Was sollte der erste Satz nach einer längeren Blog-Pause sein? Die Erklärung, wie es dazu gekommen ist? Ich versuche es.

Das Jahr 2018 hat traurig begonnen, weil mein Chef, aus Tagen des Bremer Vulkan, Kalli Schönberger, der gleichzeitig ein guter Freund und Kollege von mir, plötzlich verstorben ist.

Abschied nehmen ist immer schwer - ich durfte diesen Abschied im engsten Kreis der Familie mit erleben und kann sagen: Das war sehr gut. Jetzt ist es so, dass ich neben vielen guten Erinnerungen an meinen Chef und Freund noch weitere dazu bekommen habe: Auf seinem Grabstein ist eine kleine Schachfigur - immer, wenn ich jetzt mit meinen Kindern  Schach spiele, ist es ein gutes Erinnern an Kalli. Und: Torte esse ich gerne, und ich hatte ein bißchen vergesssen, dass Kalli auch gerne Torte gegessen hat. Seine Lieblingstorte war die Schwarzwälder-Kirschtorte. Auch die werde ich jetzt immer an einem bestimmten Tag im Jahr essen.  In diesem Januar 2018 wurde mir dann klar: Einfach mal innehalten und nachdenken. Und einfach mal aufhören, Blogbeiträge zu produzieren, damit es regelmäßig Blogbeiträge gibt. Die Pause hat dann länger gedauert, weil ich erst wieder schreiben wollte, wenn es geht, ohne dass ich mich an die Tastatur quälen muss. Heute ist der 16. November - Kallis Geburtstag. Ein guter Tag, um wieder etwas zu bloggen.


Alles hängt miteinander zusammen - auch wenn wir es noch nicht verstehen.


Mit Jimdo und RankingCoach bei Google auf Seite 1!

Das Nachdenken hat dazu geführt, dass ich meine Zeit noch sinnvoller nutzen wollte und will. Dazu gehört auch, dass ich nicht mehr den aktuellen Nachrichten so stark hinterherlese, wie ich den vergangenen Jahren und Monaten, sondern weiß, dass ich vieles noch nicht weiß - und daher mehr und gründlicher lese. Passend zur Weltlage habe ich das Lese-Jahr begonnen mit dem Buch "Das Jahr 1918 - Die Welt im Fieber" von Laura Spinney begonnen. Das Buch beschreibt die Wirkung und Auswirkung der Spanischen Grippe. Das faszinierende an dem Buch ist die weltweite Darstellung der Pandemie, die - so neuere Forschungen - mehr als 20 Millionen Menschen das Leben kostete: Realistische Schätzungen haben die Zahl von 100 Millionen ergeben. Weltweite Geschichtsschreibung - in einer Zeit, in der die weltweiten Entwicklungen von uns allein nachrichtentechnisch kaum noch zu verarbeiten sind. Zum Vergleich: Am 11. November 1918 endete der Erste Weltkrieg. In den vier Kriegsjahren seit 1914 hatten mehr als neun Millionen Menschen ihr Leben verloren, 20 Millionen waren verwundet worden.

Ein weiteres Buch passte richtig gut zum Sommerwetter der letzten Monate: Tamobora und das Jahr ohen Sommer. Auf der Rückseite des Buches steht: "1816 spielte das Klima verrückt. Der Winter brachte extreme Kälte; sintflutartige Regenfälle führten in Asien zu gewaltigen Überschwemmungen. In Westeuropa wie in Nordamerika erlebte man das „Jahr ohne Sommer“. Die Ursache kannte damals niemand: Es war der Ausbruch des Vulkans Tambora im heutigen Indonesien – der größte Vulkanausbruch in der menschlichen Geschichte. Der renommierte Klimahistoriker Wolfgang Behringer erzählt in seinem Buch zum ersten Mal die globale Geschichte dieser Klimakatastrophe, die die Welt auf Jahre hinaus in politische und soziale Krisen stürzte. Durch Missernten wurde 1817 zum „Jahr des Hungers“. Es folgten Seuchen, die ganze Regionen lahmlegten, riesige Auswanderungswellen, politische Unruhen und Attentate, die eine vorrevolutionäre Stimmung erzeugten. In Deutschland machte man die Juden zum Sündenbock der Misere, in Südafrika die Hexen, und in China untergruben Geheimgesellschaften die Autorität des Staates. Noch nie zuvor wurden all diese Ereignisse auf ihren gemeinsamen Ursprung bezogen. Der Tambora-Ausbruch testete die Fähigkeit der menschlichen Zivilisation, mit der dramatischen Verschlechterung ihrer Lebensbedingungen umzugehen. Wolfgang Behringer zeigt, wie unterschiedlich die einzelnen Länder und Gesellschaften reagierten. Am Ende trug die Klimakatastrophe auch zu einer Umschichtung der Weltpolitik bei: dem Niedergang Chinas, Indiens und der islamischen Welt sowie dem Aufstieg Europas, Russlands und der USA."

Etwas weniger beruhigend fand ich daher gestern den Artikel über die Phlegräischen Felder in der Nähe vom Vesuv.


Der Like-Algorithmus entmündigt Dich


Es gibt viele Gründe, sich mit anderen Menschen zu vernetzen, die gleich Interessen haben und mit denen  Du in Kontakt bleiben willst. Dies war immer mein Argumentation für einen Facebook-Account - weil es darüber eben geht, sich einfach auszutauschen oder zu finden. Der Umgang mit meinen Daten und die Verkaufsstrategie von Facebook war mir dabei immer klar. Aber in den letzten Monaten fand ich die Unterhaltungen auf Facebook immer anstrengender und - wirkungsloser. Die Filterblasen, in denen sich die unterschiedlichen Menschen organsieren, sind deutlich. Wenn ich etwas ändern will, nützt ein Kommentar auf Facebook eben gar nichts. Daher habe ich dann vor einigen Wochen meinen privaten Facebook-Account von allen Posting "befreit". Nutzen werde ich diesen und den Account "ProblemLöser" nur noch beruflich. Und die Messenger - funktion nutze ich weiter, um mit Facebook-Kontakten zu kommunizieren.  Ich gehe also noch nicht so weit, wie Jaron Lanier, der mit seinem Buch "Zehn Gründe, warum du deine Social Media Accounts sofort löschen musst"  so argumentiert, dass die Verbreitung der sozialen Medien eine Entfremdung der Menschen von der Demokratie mit sich bringt. Sascha Lobo hat das ebenso auf den Punkt gebracht: "Und hier, bei der eigentlichen Funktionsweise von Facebook, bei den Mechanismen, die Aufmerksamkeit und Bestätigung erzeugen, bei der geheimen Macht der Algorithmen und der Architektur der Webseite, liegt der Kern dessen, was Facebook zu einer Gefahr für die Demokratie macht: ein Menschenbild, das die komplexe Wirklichkeit auf Zustimmung und Likes reduziert und damit eine Dynamik in Gang setzt, die zu immer einfacheren Antworten führt."


Machen Türen musst Du erst bauen, bevor Du durch sie hindurchgehen kannst


Das Jahr 2017 hatte übrigens eine böse Überraschung für mich: Ich habe den Gesundheitstest von Donald Trump gelesen. Dort wurde der untersuchende Arzt, Mr. Jackson, so zitiert: "Allerdings, sagte Jackson, habe er Trump geraten, abzunehmen. Trump sei 1,90 Meter groß und 108,4 Kilogramm schwer. Damit wäre Trump stark übergewichtig. Er käme auf einen Body-Mass-Index von 29,9 und wäre kurz vor der Fettleibigkeit."

Nun dürft ihr raten, wie groß ich damals war und heute noch bin und wie schwer ich damals war. Ich bin 3 cm kleiner, aber war in 2017 immerhin 300 g schwerer als Mr. President. Keine Frage, da musste etwas passieren. Einen Schrittzähler hatte ich schon. Nun war es aber an der Zeit, deutlich Körperfett zu verlieren. Mehr als 10 Kilo sind nun weg und ich habe mit allen grundlegenden Diatformen schon immer meine Probleme gehabt. Bestärkt wurde das durch die Lektüre von "Die Fettlogik überwinden" von Nadja Hermann. Im Klappentext heißt es dazu: "Warum scheitern Diäten? Wegen genetischer Veranlagung? Wegen eines kaputten Stoffwechsels? Oder wegen Schilddrüsenunterfunktionen? Nach Jahren erfolgloser Diäten und mit 150 Kilo auf der Waage stellte Dr. Nadja Hermann fest, dass das meiste, was sie über Diäten geglaubt hatte, Mythen waren. Vielmehr wurde ihr klar, dass es eigene Logiken gab, die sie vom Abnehmen abhielten. Erst das Überbordwerfen all dieser »Fettlogiken« half der Autorin dabei, ein gesundes Gewicht zu erreichen. 1,5 Jahre später wiegt sie 65 kg. Mit Witz, Sachverstand und Wissenschaft räumt sie mit den weitverbreiteten Diätlügen auf." Mein Ziel sind 90 kg. Noch 7,4 kg. Noch 15 Wochen. Zählt mit. 


Datenschutz! Mit der DSGVO - nicht wegen der DSGVO!


Die DSGVO ist im ersten halben Jahr auch ein Schwerpunktthema von mir gewesen, weil Kunden und Kundinnen wissen wollten, was sie tun müssen. Leider ist mein Eindruck, dass sich hier etwas entwickelt hat, was ich auch beim Marketing mit Websites feststelle: Die Lösung soll schnell gehen, möglichst wenig kosten, keine Arbeit machen - die dahinter stehenden Vorgänge, Richtlinien und Möglichkeiten werden ausgeblendet. Der eigene, wenig kritische Umgang mit Daten, die im Internet und auf Facebook, bei Online-Recherchen auf Google, oder auch bei Einkäufen im Interet an den Tage gelegt werden, sorgt jetzt dafür, dass die DSGVO als bürokratisches Monster bezeichnet wird, und nicht als Chance angesehen wird, wieder ein bißchen mehr Überblick darüber einfordern zu können, wer wessen Daten zu welchem Zweck.

DatenSchutz wird einer meiner Schwerpunkte in Zukunft sein: Big Data ist ein Element der Digitalisierung unserer Lebens- und Alltagswelt, die

Nicht nur, dass es in diesem Jahr eine bedeutende Änderung bei der Verwendung von Daten gibt, die Kunden und Kundinnen Euch zur Verfügung stellen, sondern auch Deine Daten sind nicht gerade sicherer geworden: Ein Sicherheitsexperte hat 500 Millionen Kennwörter gesammelt, die bei Datenlecks und Hacker-Angriffen erbeutet wurden. Alle diese Passwörter gelten als unsicher - und sollten daher auf keinen Fall genutzt werden. Wenn Du Deine Passwörter überprüfen willst: Ob die eigene E-Mail-Adresse oder das Lieblingspasswort bereits durchs Netz geistert, lässt sich auf der Website "Have I been pwned?" überprüfen: Ist eine E-Mail-Adresse betroffen, leuchtet die Website rot auf, darunter erscheint der Text "Oh nein". In einer Liste zeigt sich dann, bei welchen Angriffen und Datenlecks die Zugangsdaten erbeutet worden sind. Na, sein mutig. Denn ein Passwort zu ändern, ist schnell gemacht. 

Aber was schreibe ich - hast Du denn zumindest probiert, ob Du zu denen gehörst, deren Daten von Cambridge Analytica gehackt worden sind? Da gab es einen Link - du kannst es gerne noch einmal prüfen!


... war sonst noch was?


Die Regierungsbildung im Frühjahr 2018 habe ich mit Interesse und Skepsis verfolgt und sehe mich in meinen schlimmsten Befürchtungen bestätigt. Wie schrieb der nicht unumstrittene Jakob Augstein von Spiegel Online: „Genossen, tut uns einen Gefallen: Stellt dieser Kanzlerschaft die lebenserhaltenden Systeme ab! Angela Merkel gehört in Rente. (…) Die SPD hat getönt, es werde mit ihr keine Obergrenze für Flüchtlinge geben. Die CSU hat sie durchgesetzt. Die SPD forderte einen angemessenen Familiennachzug. Die CDU will davon nichts wissen. Die SPD wollte Steuererhöhungen. Die CDU hat sie verweigert. Die SPD bat um die Bürgerversicherung. Die CDU gab ihr einen Korb. Die SPD war schon als Bettvorleger in diese Verhandlungen gestartet. Gelandet ist sie als Küchenlappen. Merkel kann mit den Sozialdemokraten jetzt die Ecken auswischen.“ Deutlicher konnte der Zustand der SPD zu Beginn der Verhandlungen nicht beschrieben werden. Der Parteitag am Sonntag, den 21.01.2018 ist in die Geschichte der Partei und der Bundesrepublik Deutschland eingegangen: Auch, weil die Gegner und Gegnerinnen der Großen Koalition ohne Geschrei ausgekommen sind. Otto Köhler, der zu meiner Überraschung in der SPD ist, schrieb dazu vor kurzem: "Wir verlieren von Wahl zu Wahl. In den letzten zwanzig Jahren hat sich die Hälfte unserer Wähler von uns abgekehrt. Mancher ist in den letzten Jahren zur AfD übergelaufen. Die neueste Umfrage hat ergeben, dass wir, wäre heute Bundestagswahl, mit 17 Prozent der Stimmen nur noch an dritter Stelle stehen. Wir sind die drittstärkste der Parteien. Das hast Du mit Deiner Grokopolitik erreicht, Andrea. Du hast es fertiggebracht, dass die AfD sich mit 18 Prozent vor uns gesetzt hat. Diese Partei, der ein neuer Faschismus aus allen Nähten platzt, hat uns überholt und ist zweitstärkste Partei in diesem Staat geworden. Die AfD wird weiter wachsen, und wir werden weiter verlieren, solange wir in dieser Groko gefangen sind und kuschen. Da gibt es nur noch eine Rettung vor dem Sterben der SPD. Raus!"

Die SPD ist jetzt in den Umfragen bei 14 Prozent. Es kommt also schlimmer als gedacht - und ich bin davon überzeugt, dass die Führung der Partei wirklich glaubt, dass sie das Richtige tut.

Die Regierungsprogrammatik bringt - das habe ich schon geschrieben - viel Widersprüchliches für ExistenzgründerInnen und Selbstständige.  Dazu gibt es einge Materialien auf der Seite des Verbandes der Gründer und Selbstständigen - www.vgsd.de. Übrigens:  Das Wort "Selbstständige" kommt insgesamt 6 Mal an drei Textstellen auf den 179 Seiten vor. Die Regierungspraxis wird trotzdem starke Auswirkungen auf die Selbstständigen haben. Dazu in einem der nächsten Blogbeiträge noch mal ausführliche Informationen. Eine Sache ist schon durch: Der Krankenversicherungsbeitrag für Selbstständige sinkt. Dazu mehr nächste Woche. Versprochen!