24/2019: Theater in Delmenhorst. Aufrüstung in Deutschland.

Sturm am Maxe: Four horsemen in the land of confusion.

Zippo-Feuerzeug zum D-Day
Zippo-Feuerzeug zum D-Day

Von 1972 bis 1981 war ich Schüler am Maxe in Delmenhorst, was damals noch Gymnasium an der Max-Planck-Straße hieß. Heute ist es das Max-Planck-Gymnasium in Delmenhorst und die beste Schule der Stadt, wie ich einmal als Vorsitzender des Freundeskreises des Maxe formuliert habe. In meiner Zeit als Vorsitzender des Freundeskreises (2006 bis 2014) von habe ich es nie geschafft, mal zum Musik-Theater zu gehen – irgendwie hat es nie geklappt, obwohl mir persönlich die Musik-Theater-AG immer sehr am Herzen lag. Gestern hat unsere Familie es endlich geschafft, mal gemeinsam dorthin zu gehen. Die Aufführung war ein Erlebnis der besonderen Art – denn mit Musik aus den 70er und 80er Jahren wurde ein Theaterstück von William Shakespeare aufgeführt. „Sturm“. Am beeindruckendsten waren zwei Musikstücke – auch weil die Sängerinnen es am besten machten: „The Four Horsemen“ von Aphrodite’s Child - gesungen von Amelie Mallon. Und „Land of Confusion“ von Genesis – gesungen von Cheyenne Kollai. Beide Songs zu hören, war toll – ihren Hintergrund mit dem „Sturm“ von Shakespeare in Verbindung zu bringen, war Kunst. Eigentlich wäre es jetzt an der Zeit herauszufinden, ob die Künstlerinnen und Künstler alle Songs, die gesungen wurden, selbst auswählen, oder ob die betreuenden Lehrkräfte hier eine Vorauswahl machen und dann den Hintergrund mit den Schülerinnen und Schülern besprechen. Ob ich das wohl noch herausbekomme? Sollte ich ein Interview mit der AG für diesen Blog machen? Ich frage mal die Lehrkräfte, ob es daran Interesse gibt. Und was mich auch umtreibt, ist die Technik, mit der die Schülerinnen und Schüler sich auf die Bühne trauen – der Gesang konnte von der Lautstärke her nicht komplett mit dem Orchester abgemischt werden. Schade, dass für die Bildung und die Kultur in Deutschland immer noch zu wenig Geld ausgegeben wird. Schade, nein skandalös. Wenn ich mir die Zahlen ansehe, bin ich frustriert:

 

Die öffentlichen Haushalte gaben im Jahr 2016 für die Ausbildung einer Schülerin beziehungsweise eines Schülers an öffentlichen Schulen durchschnittlich 7 100 Euro aus. Im Bundesdurchschnitt werden rund 5.800 Euro für Personalkosten aufgewendet, das sind 80 Prozent des Durchschnittsbetrags. Für die Schulgebäude und Lehrmittel wurden durchschnittlich 900 Euro je Schülerin ausgegeben, für Investitionen und Baumaßnahmen waren es 400 Euro.  Auch wenn die Gesamtzahl beeindruckend ist: Bei 2,95 Millionen Schülerinnen und Schülern sind das dann 20,9 Milliarden. Halten wir mal dagegen, was pro Kopf für die Rüstung ausgegeben wird: Für Soldaten  und zivile Angestellte der Bundeswehr werden im Jahr 2019 pro Kopf mehr als 164.000 Euro ausgegeben, nämlich für 263.000 Soldaten und zivile Beschäftigte insgesamt 43,2 Milliarden.

Beschämend für das Land der Dichter und Denker.

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