Wenn ein Konzern den anderen kauft.

Wenn ein Konzern den anderen kauft ...

In dieser Woche hatte ich mit einem skurrilen Problem zu tun. Viele Wohnungen in Delmenhorst wurden bis Juni 2017 von einem Wohnungsbaukonzern bewirtschaftet – der Conwert. Diese Firma musste ich für einen Kunden anrufen – da dieser Kunde noch Forderungen an diese Firma hatte. Wochenlang habe ich versucht, die zuständigen Stellen anzurufen – ohne Erfolg. E-Mails blieben ohne Antwort. Dann habe ich mal der Stadt Delmenhorst angerufen und gefragt, ob es Erkenntnisse gibt. Nein, gab es nicht. Hätte ja sein können, dass der Konzern einfach pleite gegangen ist. Aber im Handelsblatt vom 27.03.2017 konnte ich dann lesen: „Deutschlands größter Immobilienkonzern Vonovia ist mit der milliardenschweren Übernahme des österreichischen Konkurrenten Conwert am Ziel. Wie Vonovia am Montag in Bochum berichtete, haben nach der verlängerten Annahmefrist Aktionäre mit 93,09 Prozent des Grundkapitals und der Stimmrechte dem Übernahmeangebot zugestimmt. Die Integration des Unternehmens soll bis zum Sommer abgeschlossen sein, teilte Vonovia mit. Durch den Zusammenschluss von Vonovia und Conwert entsteht ein Unternehmen mit einem kombinierten Bestand von rund 355.000 Wohnungen. Die rund 24.500 Wohnungen von Conwert liegen vor allem in Leipzig, Berlin, Potsdam, Dresden und Wien. Bereits beim Bekanntwerden der Pläne hatte Vonovia-Chef Rolf Buch die Offerte für das börsennotierte Wiener Unternehmen ausdrücklich als „freundlich“ eingestuft.“  Dieser Konzern hat sich dann an seine Mieter gewandt – und zwar am 10. Juni 2017 – mit der Bitte, doch dafür zu sorgen, dass die Miete dann auf ein neues Konto gezahlt wird. Bei Alg-II-Beziehern bedeutet das: JobCenter informieren, dass es ein neues Konto gibt, auf das die Miete zu zahlen ist. Das hat bei vielen nicht mehr rechtzeitig geklappt, weil diese Vorgänge dann ja neben dem laufenden Geschäft keine Priorität bekommen können. Und: Vonovia schrieb dann im Juli alle neuen Mieter an, dass es leider nicht klappen konnte mit der Mietüberweisung, weil das Geschäftskonto, was im Brief erwähnt worden war, nicht korrekt eingerichtet worden ist. Schönes Chaos. Ich werde weiter beobachten, was da so passiert.

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